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Berliner Abendblatt vom 5. Juli 2000; Jeden Mittwoch ist „Berufstag“
Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ); Drei Wochen im Betrieb, da bleibt nichts hängen
Standort Wedding; In der Schule für´s Leben lernen
Nordberliner; Neue Wege bei der Berufsvorbereitung 
Berliner Morgenpost; Lust auf den Euro
Tagesspiegel vom 08.Oktober 2000; Schnupperbesuch in der Arbeitswelt 
Der Nordberliner vom 21. Dezember 2000; Schering AG kooperiert mit Oberschule
Der Tagesspiegel vom 2.01.2001 Neue "Partnerschaft Schule und Betrieb" in Berlin 
Scheringblätter 2/2001; Ernst Schering macht Schule
BWP 1/2001; Zwei Welten gehen aufeinander zu - Partnerschaft von Schule und Betrieb
Berliner Morgenpost vom 14.3.2001; Jeden zweiten Mittwoch ist Polizeisprechstunde
Neues Deutschland v. 13.3.01; Einführung in kapitalistische Produktion 
Berliner Morgenpost vom 13.3.01; Wie finde ich eine Lehrstelle? 
Der Tagesspiegel v. 13.3.01; Brückenschlag von Schule zu Beruf 
Der Nordberliner v. 13.3.01; Schon von der Schulbank aus die Berufswelt erkunden 
Berliner Abendblatt Wedding v. 28.3.01; Schulen wollen stärker auf den Beruf vorbereiten
Tagesspiegel vom 19.4.01;Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit kommen an
Tagesspiegel vom 18.6.01;Auschwitz - Millimeterarbeit am Ort des Verbrechens 
Tagesspiegel vom 25.10.01; Milzbrandalarm
Berliner Morgenpost v. 18.9.02Wedding: Bundestagskandidaten diskutieren mit Schülern

Tagesspiegel vom 4.9.03: Brückeschülerin beginnt Ausbildung im Berliner Abgeordnetenhaus
Berliner Morgenpost v. 26.9.03: 2000 Berliner Achtklässler wollen Müllionär werden

Der Nordberliner (Nr. 25) vom 17.6.2004 : Schul-Umweltpreis Mitte vergeben

Berliner Morgenpost vom 30.8.2004 Wer bummelt, muss fegen

Berliner Morgenpost vom 9.5.2005 Wie aus Altpapier eine neue Zeitung entsteht

Tagesspiegel vom 10.06.2005    Ein Bündnis für Arbeit, das wirkt

Berliner Wirtschaft 7/8 2005Partnerschaften im Juni

Tagesspiegel vom 28.10.2006 Die Ministerin und der Muskelmann

FOCUS online | 27.10.06, 17:56 | Motivation vom Riesen aus Hollywood

Der Nordberliner vom 2. Nov. 2006; "Starke Typen" sind gefragt

Schering-Blätter zur Veranstaltung am 27.10.06

Schering-Blätter 12/2006 Leuchtet's grün, ist's Barium

Tagesspiegel online vom 21.2.07: Mobbing - Pöbeln, schikanieren, ignorieren

Newsticker Berliner Morgenpost v. 27.2.07 Türkischer Elternverein kooperiert mit Schulen

Berliner Zeitung 28.02.2007; Türkische Eltern geben Nachhilfe - Kooperation in Wedding

Bayer direkt 3_2007Mit Bewerbungstraining zum Traumjob

Tagesspiegel v. 19.6.2007 "Streets of Wedding" (Musical)

Berliner Morgenpost vom 24. Juni 2007: Der neue Sound im Wedding

Der Nordberliner vom 21. Juni 2007: Schüler zeigen Musical im Beckmann-Saal

Berliner Morgenpost vom 1. Juli 2007: Horst Köhler bei "The Streets of Wedding"

DasCorps 02.07.2007 The Streets of Wedding. Das Musical - Die US-Botschaft unterstützt den Wedding

BZ 2. Juli 2007; Hat der Senat keine Zeit für ein Sozialprojekt in Wedding?

HANDELSBLATT vom 4. Juli 2007: Das Wunder vom Wedding

Vanity Fair 27/07: DER WEDDING-PLAN

Berliner Morgenpost v. 20. Oktober 07; Manager beraten Berliner Schule

Berliner Zeitung, 22.12.2007: Amerika für Anfänger

Tagesspiegel vom 23.12.2007: Breakdance beim Botschafter

Premium Post Nr. 1/2008 (Mitarbeiter-Zeitung der Deutschen Post) Die Straßen von Wedding

Tagesspiegel vom 28.02.2008 : Zivilcourage gegen Messerstecher

Berliner Zeitung, 06.03.2008 Viel Tanz auf dem Asphalt

Tagesspiegel vom 07.03.2008 „Streets of Wedding“ laden ein

TAZ, 6.3.08, Schulprojekt: Von der Straße auf die Bühne

Berliner Morgenpost, 6.3.2008, Streets of Wedding-Musical: Berliner Jugendliche mit eigenem Musical in der Universal Hall

Stern, 07. März 2008 - 13:05 Uhr), "The Streets of Wedding" - Schäuble unterstützt Rapper

Berliner Zeitung, 08.03.2008, In den Straßen von Wedding

Presseecho zur Deutschlandtournee von "The Streets of Wedding - Das Musical"

Tagesspiegel vom 25.03.2008 Streets of Wedding

direkt  Mai 2008 (Zeitschrift der Mitarbeiter von Bayer Schering Pharma)

Tagesspiegel vom 25.11.2008 - Streets of Wedding - Ja, sie können es

Der Nord-Berliner vom 25.3.2010 PRÄVENTIONSPREIS-JURY IN SCHERING-SCHULE Großes Lob aus berufenem Munde

KlimaZeitung - Nr. 2; 2010

Tagesspiegel v. 4.1.11 - Schulessen in Berlin - Appetit mangelhaft

Berliner Zeitung vom 21. Juni 2014 - "West-Side-Story" in Wedding

Berliner Abendblatt 5. Juli 2000
Ernst-Schering-Schule:
Jeden Mittwoch ist „Berufstag“ 
Modellprojekt soll Brücken zum Arbeitsleben schlagen

Wedding. Die Ernst-Schering-Oberschule geht bei der Vorbereitung ihrer Schüler auf das Berufs leben neue Wege. In der Schule gibt es ein „Lernbüro“, den Kontakt zu Betrieben schafft das Modellprojekt „Brücke zum Beruf“. 
Das Lernbüro ist mit Möbeln ausgestattet, die die Citybank aussortiert hat. Hier arbeitet die Firma „Volt und Watt“, ein „Großhandelsbetrieb“. Alle Geschäftsvorgänge, von der Lieferung bis zum Verkauf, werden hier an PC-Arbeitsplätzen nachempfunden. Der Lehrer ist der Chef, bei ihm müssen sich die Schüler auf die verschiedenen Jobs bei „Volt und Watt“ bewerben. Einmal „angestellt“, können die Schüler bei der Bewertung ihrer Arbeit meist auf den Lehrer verzichten: Wenn jemand zu wenig bestellt hat, dann hat er nicht nur Ärger mit der Verkaufsabteilung, die ihre Kunden zurückschicken muss, sondern muss sich auch Extra-Arbeit machen, indem er beim Zulieferer nachbestellt - wie im wirklichen Leben. 
Das Lernbüro wird in der neunten Klasse als eines der Wahlfächer angeboten, für die sich die Schüler entscheiden müssen. Die Nachfrage ist groß: 20 Prozent der Mädchen und Jungen wollen ins Lernbüro.
Auch beim Projekt „Brücke zum Beruf“, das nach den Sommerferien startet, gab es eine große Nachfrage. Dieses Model wird mit Mitteln des Bundesbildungsministeriums unterstützt. Die Ernst-Schering-Schule kooperiert außerdem eng mit der Industrie- und Handelskammer. Der Inhalt: Statt des dreiwöchigen Betriebspraktikums Ende der neunten Klasse ist in den letzten zwei Schuljahren jeder Mittwoch „Berufs- oder Berufsschultag“. 
Außerdem gibt es vier kurze Praktika in vier verschiedenen Betrieben. „Wir fanden, dass das übliche Praktikum Ende der neunten Klasse zu spät kommt“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Thomas Schumann, der das Projekt betreut. 60 Prozent der Mädchen und Jungen an der Ernst-Schering-Gesamtschule haben eine Hauptschul-Empfehlung, die meisten anderen eine Realschulempfehlung. Für sie beginnt also nach der zehnten Klasse der echte Ernst des Lebens. 
„Wir können den Kindern schwer vermitteln, dass das, was sie in der Schule lernen, wirklich wichtig fürs Berufsleben ist“, erklärt Schumann. Im Praktikum merken sie dann, dass man ja Mathe braucht, oder dass man auch mal einen englischen Brief schreiben muss.“ Dazu kommen Tugenden wie Pünktlichkeit und Teamfähigkeit. „In der Schule ist häufiges Zu-Spät-Kommen mit einer Entschuldigung von den Eltern zumindest formal kein Problem. Bei ihren vielen Betriebstagen merken die Schüler, dass man sich das in der Ausbildung  höchstens einmal erlauben kann“, meint Schumann. Zunächst nimmt nur eine der sechs neunten Klassen am Modellprojekt teil. Es beginnt nach den Sommerferien mit einer Vorbereitungsphase in der Schule. Schumann: Da gibt es Extra-Stunden Wirtschaftsenglisch und Mathe, es kommen Personalchefs von Firmen, und Azubis im ersten oder zweiten Jahr be- richten aus der Praxis.“ In dieser Zeit schreiben die Schüler auch Bewerbungen an Betriebe. Im Oktober folgt ein einwöchiges Praktikum, danach gehen die Schüler jeden zweiten Mittwoch weiter in „ihren“ Betrieb. Der andere Mittwoch ist jeweils "Berufsschultag" mit der Klasse. Das Ganze wiederholt sich jedes Halbjahr bis zum Ende der zehnten Klasse, also vier Mal. Die Mädchen und Jungen haben dann vier Betriebe kennen gelernt. „Wir hätten gern mehr als eine Klasse in das Modell genommen, aber es ist nicht so leicht, genügend Betriebe zu finden, die die Schüler nehmen. Hotels, das Herzzentrum, die Commerzbank, Telefonläden und das Weddinger Ausbildungsrestaurant Rossi wurden gewonnen. Eine Firma hat sogar sechs Praktikumplätze zur Verfügung gestellt. „Die. wollen die Schüler gern über einen längeren Zeitraum beobachten. Daraus können sich dann ganz konkret Lehrstellen ergeben“, so Schumann. Um noch mehr „Brücken zum Beruf“ zu schaffen, sucht die Ernst-Schering-Oberschule mehr Betriebe, die Praktikanten aufnehmen. Nach Möglichkeit sollten es Firmen sein, die ausbilden dürfen. Wer Interesse hat, kann sich bei Thomas Schumann, Telefon 4543695 melden. 

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Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) vom 12. September 2000

Drei Wochen im Betrieb, da bleibt nichts hängen
Wirtschaft und Schule sind auf der Suche nach Gemeinsamkeiten

Die Klasse 921 der Ernst-Schering-Gesamtschule in Berlin-Wedding ist anders und einzig. Die 34 Schüler haben sich vor den Sommerferien freiwillig gemeldet, in ihren letzten, zwei Schuljahren mehr zu leisten, als der Lehrplan fordert. Sie werden mehr Englisch- und mehr Mathematikunterricht haben und einmal in der Woche einen Berufstag einlegen. Ein Programm der Bundesregierung machte es der Schule möglich, aus dem gewöhnlichen Curriculum auszubrechen und den Mittwoch komplett freizuhalten. An diesem Tag werden die Schüler das vermittelt bekommen, was in der jüngsten Diskussion um einen Ökonomie-Unterricht an Schulen Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften in seltener Einmütigkeit forderten. Mehr Einblicke in die Welt der Wirtschaft und Unternehmen sollen die Schüler erhalten und während der zwei Jahre jede zweite Woche ein eintägiges Praktikum in einem Betrieb absolvieren. Den Kontakt zu den Unternehmen stellte die Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK) her, die mit einem neuen Programm Schulen praktische Hilfe beim Kennenlernen der Wirtschaft bieten möchte. „Zwei Weiten gehen aufeinander zu“ heißt das Projekt, das im Titel etwas wuchtig erscheint und an dem bislang sechs Schulen beteiligt sind. 
Nicht mangelnde mikro- oder makroökonomische Kenntnisse oder die Unfähigkeit, eine Bilanz zu lesen, sind es, die den Schülern den Eintritt in einen wesentlichen Bereich der Ökonomie - jenen der Arbeitswelt - erschweren, sondern oft banale und allzu häufig praktische Hürden. Kein Wunder, daß die von den Verbänden angeleierte Diskussion um einen Wirtschafts-Unterricht mit Beginn des Schuljahres rasch verebbte. Das Schlagwort eines anderen Berufsverbandes („Schulen versagen beim Technikunterricht“), das durch ein aufwendig gestaltetes Medienpaket für Journalisten an die Öffentlichkeit gelangen sollte, kam erst gar nicht zu großen medialen Ehren. Die Schulen stehen vor elementareren Sorgen, als daß sie sich um die Wahrnehmungen all der Versagen kümmern könnten, die interessengeleitete Verbände im System Schule auszumachen meinen. 
In der Ernst-Schering-Gesamtschule etwa stellt Thomas Schumann Jahr für Jahr fest, daß „etliche unserer Schüler nach ihrem Abschluß in einer Warteschleife auf eine Lehrstelle warten“. Der stellvertretende Schulleiter hat denn auch mit der Teilnahme an dem IHK-Programm nicht vorrangig die wirtschaftswissenschaftliche Weiterbildung seiner Zöglinge im Auge, sondern schlicht „eine Chancenverbesserung für die Lehrstellensuche“. Die Betriebspraktika an jedem zweiten Mittwoch sollen den Jugendlichen helfen, „neue Erfahrungswelten“ zu erkunden. Mehr, als es in dem sonst üblichen dreiwöchigen Praktikum am Ende der neunten Klasse möglich ist. „Da gehen die Schüler drei Wochen in einen Betrieb und anschließend in die Ferien. Da bleibt nicht viel hängen“, sagt Schumann. Deshalb bereiten die Schüler der Klasse 921 ihre Besuche in dem Betrieb vor und schreiben zudem ihre Erfahrungen in einem Berichtsheft nieder. Im Unterricht sollen dieser Eindrücke zudem nochmals aufbereiten werden. 
So soll die „diffuse Vorstellungswelt der Jugendlichen über betriebliche Wirklichkeit“ abgebaut werden, die Werner Gegenbauer beobachtet hat. Der Präsident der IHK Berlin berief für das Kooperations-Programm mit den Schulen die ehemalige Schulsenatorin Sybille Volkholz als „Mittlerin zur Schulwelt“. Auch sie hat „unterschiedliche Wahrnehmungen voneinander“ festgestellt und ist sich sicher, daß Schulen und Unternehmen einander mehr zu bieten haben, als. es auf den ersten Blick erscheint. Deshalb sei das Programm auch so angelegt, daß sich die Schulen nicht nur überlegen sollen, was sie von den Unternehmen erwarten, sondern auch gewisse Gegenleistungen der Schulen an die Betriebe gehen. Von der Bereitstellung von Räumen für Mitarbeiterschulungen über von Schülerhand gefertigte Zeichnungen für die Mitarbeiterzeitungen bis hin zu Nachhilfeunterricht in Englisch für Mitarbeiter reichen die Vorschläge der Schulen an die Unternehmen. Ob die Unternehmen mit diesem diffusen Angebotskatalog tatsächlich etwas anfangen können oder ob hier nicht eher die Geste des guten Willens im Vordergrund steht, bleibt noch abzuwarten. Sybille Volkholz glaubte auch, einen Bedarf an pädagogischen Konzepten bei den Betrieben ausgemacht zu haben. „Schließlich sind Unternehmen ja auch lernende Organisationen“ - sie lernte bei einer ersten Zusammenkunft mit Unternehmern schnell, daß dem weniger so ist. 
Von der Ernst-Schering-Gesamtschule erging an die Unternehmen kein Versprechen auf zusätzliche Gegenleistungen. Außer die Zusage und ein ausgearbeitetes Programm, die betrieblichen Erfahrungen der Schüler im Unterricht aufzugreifen. Vielleicht ist das der Grund, weshalb diese Kooperation bereits auf festen Füßen steht. In drei Wochen beginnen die Schüler der Klasse 921 ihre ersten Betriebserkundungen. 

JENS POTTHARST 

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Standort Wedding, Herausgegeben vom Wirtschaftskreis Wedding; Nr. 4; August 2000
In der Schule für´s Leben lernen
Mit der Unterstützung des Wirtschaftskreises Wedding und in Zusammenarbeit mit Schulen und interessierten Betrieben initiierte die Industrie und Handelskammer (IHK) Berlin das Projekt „Partnerschaft Schule und Betrieb“. Ziel ist es, den Jugendlichen eine bessere Berufsvorbereitung zu bieten und eine Annäherung zweier Institutionen zu schaffen, die sich in ihrem eigenen Interesse zukünftig mehr als bisher aufeinander zu bewegen müssen. Die Unternehmen klagen über die unzureichende Qualifikation der Schulabgänger, die Schüler quält die graue Theorie und die Lehrer schimpfen über starre Lehrpläne und Überlastung. Lösungen sind rar, jedoch das Projekt „Partnerschaft Schule Betrieb“ geht in die richtige Richtung. Partnerschule im Wedding ist die Ernst-Schering-Oberschule. Sie kooperiert mit rund 15 Betrieben, die den Schülern ab der 9. Klasse Praktikas anbieten. Das Praktikum beginnt mit einer Vorbereitungsphase in der Schule und anschließend mit einem einwöchigen Praktikum vor Ort im Unternehmen. Danach verbringt der Schüler über ein halbes Jahr, alle 14 Tage, einen ganzen Tag im Betrieb. In der Schule werden die in der Praxis gesammelten Erfahrungen besprochen und ausgetauscht. Die Schüler müssen sich eigenständig auf den Praktikumsplatz bewerben und lernen, wo und warum die von ihnen gehassten „sinnlosen Fächer“ ihre Anwendung finden und wie anstrengend ein ganzer Arbeitstag sein kann. Gegenseitiges Geben und Nehmen, darauf baut die Idee des Projektes. Auch der Betrieb soll davon profitieren. 

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Nordberliner; 20. Juli 2000
Neue Wege bei der Berufsvorbereitung 
Schulen und Betriebe arbeiten Hand in Hand

Mit Unterstützung des Wirtschaftskreises Wedding und in Zusammenarbeit mit Schulen und interessierten Betrieben rief die Industrie- und Handelskammer (IHK) kürzlich das Projekt „Partnerschaft Schule und Betrieb“ ins leben (wir berichteten). Ziele: die Jugendlichen sollen zum einen eine bessere Berufsvorbereitung erhalten. Zum anderen will man gleichzeitig eine Annäherung von zwei Institutionen schaffen, die sich in ihrem eigenen Interesse zukünftig mehr als bisher aufeinander zu bewegen müssen. 
Die Unternehmen klagen über die unzureichende Qualifikation der Schulabgänger, die Schüler quält die graue Theorie, und die Lehrer schimpfen über starre Lehrpläne und Überlastung. Lösungen sind rar, das Projekt „Partnerschaft Schule und Betrieb“ zeigt die richtige Richtung auf
Partnerschule in Wedding ist die Ernst-Schering-Schule in der Lütticher Straße: Sie kooperiert mit 15 Betrieben, die den Schülern ab der 9. Klasse Praktika anbieten. Das Praktikum beginnt mit einer Vorbereitungsphase in der Schule, an die sich ein einwöchiges Praktikum im Unternehmen anschließt. 
Danach verbringt der Schüler über ein halbes Jahr, alle zwei Wochen, einen ganzen Tag im Betrieb. In der Schule werden die in der Praxis gesammelten Erfahrungen besprochen und ausgetauscht. 
Die Schüler müssen sich eigenständig um den Praktikumsplatz bemühen und lernen, wo und warum die von ihnen gehassten „sinnlosen Fächer“ ihre Anwendung finden, und wie anstrengend ein ganzer Arbeitstag sein kann. Gegenseitiges Geben und Nehmen - darauf baut die Idee des Projektes. Auch der Betrieb soll davon profitieren.

susa 

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Berliner Morgenpost vom 20. April 2000
 

Lust auf den Euro - Das neue 
Geld wird zum Kunstprojekt
Von THOMAS MARHEINECKE
Wedding - "Ich hatte Lust auf das Thema Euro, und ich finde es gut, dass wir mit unserem Projekt krebskranken Kindern helfen können." Der 15-jährigen Dajana, die in die achte Klasse an der Ernst-Schering-Oberschule geht, haben die gestern zu Ende gegangenen Projektwochen Spaß gemacht. Insgesamt neun Acht- und Zehnklässler der Schering-Schule, Lütticher Straße, hatten sich für das Projekt gemeldet. Während ihre Mitschüler sich mit Hygiene, Kochen, Fotografieren oder Stadterkundungen befassten, entwarfen und malten sie zwei riesige Euromünzen.
Der 16-jährige Firat sieht sich nach den zehn Tagen schon als Künstler: "Unseren Euro könnte man auch als Plakat verkaufen." Der Entwurf, den er mit Buket (14), Murat (15) und Güldal (17) stolz präsentiert, deutet am Rand die Umrisse der europäischen Länder an, in der Mitte wächst eine "Pflanze, die alles zusammenhält". 
Einen verträumten Entwurf haben sich Gülay (15), Dajana (15) und Danielle (16) einfallen lassen: "Unser Euro zeigt eine Frau, die von einer nordischen und einer südländischen Landschaft umschlossen ist. Die verschiedenen Farben des Untergrundes von blond über rot bis zu schwarz symbolisieren die Haarfarben, die es in Europa gibt." - "Es ist auffallend, wie unterschiedlich die beiden Gruppen die Aufgabe interpretiert haben", meint Hubert Fitzel, der das Projekt geleitet hat. Die Vorgaben seien für alle gleich gewesen: Die Vorderseite sollte eine Euromünze mit Zahl und Wappen zeigen, die Rückseite konnte frei gestaltet werden. Die Neun erhielten jedoch künstlerische Unterstützung durch den österreichischen Maler Christian Maurer, der seit zehn Jahren in Berlin lebt. "Ich habe vor allem handwerkliche Tipps gegeben - von der Pinselführung bis zum Geheimnis des Farbenmischens."  Einen verträumten Entwurf haben sich Gülay (15), Dajana (15) und Danielle (16) einfallen lassen: "Unser Euro zeigt eine Frau, die von einer nordischen und einer südländischen Landschaft umschlossen ist. Die verschiedenen Farben des Untergrundes von blond über rot bis zu schwarz symbolisieren die Haarfarben, die es in Europa gibt." - "Es ist auffallend, wie unterschiedlich die beiden Gruppen die Aufgabe interpretiert haben", meint Hubert Fitzel, der das Projekt geleitet hat. Die Vorgaben seien für alle gleich gewesen: Die Vorderseite sollte eine Euromünze mit Zahl und Wappen zeigen, die Rückseite konnte frei gestaltet werden. Die Neun erhielten jedoch künstlerische Unterstützung durch den österreichischen Maler Christian Maurer, der seit zehn Jahren in Berlin lebt. "Ich habe vor allem handwerkliche Tipps gegeben - von der Pinselführung bis zum Geheimnis des Farbenmischens." 

 
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EURO-Projekt

Tagesspiegel vom 08.Oktober 2000

Schnupperbesuch in der Arbeitswelt 
120 Berliner Oberstufenschüler beteiligen sich an Expo-Projekt 

Was interessiert jugendliche kurz vor der Berufswahlentscheidung mehr: Dröger Mathematik-, Religions- oder Musikunterricht - oder ein Ausflug in die Welt der New Economy? Für 120 Schüler aus Friedrichshain, Wedding, Tiergarten und Spandau war das keine Frage, als die Einladung von I-D Media aus der Kreuzberger Lindenstraße kam. Den Schülern wurde angeboten, die wichtigsten Abteilungen eines Software- und Medienunternehmens kennen zu lernen. Unternehmenssprecher Christopher Grosse: „Wer morgen motivierte Auszubildende und Mitarbeiter einstellen will, muss heute Flagge zeigen und wenigstens den Schülern der Abschlussklassen Einblicke in die Realität des Arbeitslebens geben. Ein paar Stunden der offenen Tür bringen die Tagesroutine der Mitarbeiter zwar ein wenig durcheinander. Aber Sie können es glauben: Von den neugierigen Fragen der Schüler haben letztlich alle profitiert.“ 
Es blieb nicht alleine beim Über-die-Schulter-gucken und Fragen stellen. Der Besuch der 1-D Media-Abteilungen Creative Development, Design und „Devedge“ (Development Edge) stellte lediglich den Auftakt für ein Projekt dar, an dem sich die jugendlichen vom Andreas Gymnasium, der Lessing-Oberschule, der Ernst-Schering-Oberschule, dem Oberstufenzentrum Banken und Versicherungen, der Fontane Oberschule und dem Lilly-Braun-Gymnasium noch bis zum 25. Oktober beteiligen werden. Den Abschluss wird eine Reise des Siegerteams zur Expo nach Hannover bilden. 
„Socialbrain macht Schule“ ist der Name des Projektes, das bereits seit Beginn der EXPO 2000 läuft. Besucher der Internet-Seite „www.socialbrain.com“ können Fragen an die Zukunft stellen und beantworten., zur Umwelt, zur sozialen Entwicklung oder auch zur Gesellschaft. Ab dem 16. Oktober kommt an sechs aufeinander folgenden Tagen jeweils eine neue aus Berlin hinzu: Erstellt nicht etwa von professionellen Online-Redakteuren, sondern von den Teilnehmern des Projekts „Socialbrain macht Schule“. 
Die Internet-User - derzeit besuchen täglich etwa 50 000 Netizens aus aller Welt die Socialbrain-Homepage - werden beurteilen, welche Frage am interessantesten formuliert und optisch am gefälligsten aufbereitet wurde. Mit anderen Worten: Die Klickrate wird zeigen, welche der 120 Ausflügler bei ihrem kurzen Besuch der lnternet-Firma am besten aufgepasst und am meisten gelernt haben.               REGINA-C. HENKEL 

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Projekt-
beschreibung

Der Nordberliner vom 21. Dezember 2000

Schering AG kooperiert mit Oberschule

Vorbereitung auf den Berufseinstieg

Wedding.  Die Schering AG und die Ernst-Schering-Oberschule in der Lütticher Straße haben am Dienstag einen weit reichenden Kooperationsvertrag geschlossen. Die Vereinbarung verfolgt drei Ziele: Der Austausch zwischen Schule und Betrieb soll gefördert werden, Schülerinnen und Schülern ein noch stärkerer Einblick in den Berufsalltag vermittelt werden und ihnen schließlich durch gemeinsame Projekte Hilfestellung für ihren Berufseinstieg gegeben werden. Grundlage der Zusammenarbeit ist das Projekt Partnerschaft-Schule der Industrie- und Handelskammer (IHK).
Mitarbeiter der Schering AG werden an Unterrichtseinheiten zu Themen wie Standortentwicklung in der neuen Hauptstadt oder Wirtschaftsordnung teilnehmen. Dabei sollen die Schüler über die Veränderungen in der Arbeitswelt und heutige Anforderungen an Beschäftigte und Auszubildende informieren. Außerdem ist vorgesehen, mit den Schülern konkrete Bewerbungssituationen zu trainieren.
Die Schule ihrerseits wird künftig dem naturwissenschaftlichen Unterricht - insbesondere im Fach Chemie - mehr Raum geben, hieß es. Durch Zusammenarbeit mit Schering werde man stärkere Bezüge zur Praxis herstellen, "Besuche in Betrieben und Laboren werden dies fördern". Nicht zuletzt wird bei der Vermittlung von Plätzen für das jährliche Betriebspraktikum eine Kooperation angestrebt.
„Im Rahmen der Lehrerfortbildung werden gemeinsame Seminare mit Vertretern der Schering AG veranstaltet, um im gesamten Bildungs- und Erziehungsprozess Schwerpunkte immer wieder konkreter bestimmen und überprüfen zu können“, betont die Industrie- und Handelskammer (IHK) in einer Pressemitteilung.
Beide Seiten werden von der Kooperation profitieren, meint Dr. Ralph Rode von der Schering AG: Die Schüler (und auch Lehrer), weil sie einen stärkeren Bezug zur Praxis erhalten, und das Pharma-Unternehmen.
Denn der Betrieb kann möglicherweise aus dem Kreis dieser Schüler Ausbildungsplatz-Bewerber mit Vorkenntnissen über die Abläufe gewinnen. Chemie- und Biologielaboranten sowie Bürokaufleute und auch in Technikberufen bilde Schering aus und benötige qualifizierte Bewerber, sagte Rode. 

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Kooperationsvertrag

Der Tagesspiegel vom 2.01.2001 

Neue "Partnerschaft Schule und Betrieb" in Berlin 
 Zwei Welten gehen aufeinander zu 

Sybille Volkholz 
"Von Ihrer Schule können wir seit Jahren keine Schulabgänger als Auszubildende einstellen. Sie erfüllen im sprachlichen und im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich nicht unsere Anforderungen." So schallt es aus dem Munde von Managern den Lehrern entgegen. "Wenn Sie wüssten, unter welchen Bedingungen wir zu arbeiten haben, 50 Prozent Anteil von Jugendlichen nichtdeutscher Herkunft, ständig weniger Geld und steigende Belastung ...". Das entgegnen die Lehrer. "Ihre Anforderungen sind zu hoch, sie sollten Schulabgängern mit durchschnittlichem Abschluss eine Chance geben", fordern die Pädagogen. Aus der Begegnung Schule-Wirtschaft wurde schon nach einer Viertelstunde ein Streitgespräch unter Ausbildern und Lehrkräften. Dieser Streit wird jetzt in einem gemeinsamen Seminar von Ausbildern und Lehrkräften fortgesetzt, und zwar im Rahmen eines Kooperationsvertrages zwischen der Schering AG und der Ernst-Schering-Oberschule. Beide Seiten wollen sich über ihre gegenseitigen Anforderungen an Standards und Leistungserwartungen klar werden.

Die Industrie- und Handelskammer hat seit April des Jahres 2000 eine Initiative gestartet, um Schulen und Betriebe in Berlin in einen besseren Kontakt miteinander zu bringen. Sie möchte dazu beitragen, dass sich das Wissen und die Informationen beider Seiten verbessern, und nach Möglichkeiten suchen, die Kooperation zwischen Schulen und Betrieben zu intensivieren. Wie können beide Seiten realistisch voneinander lernen?

Jahrzehntelang war eine Haltung typisch, bei der beide Seiten eher auseinander drifteten. "Die Schule darf nicht wirtschaftlichen Verwertungsinteressen unterworfen werden" - dieser Satz hat lange Zeit als pädagogisches Leitmotiv gegolten und gilt für viele immer noch. Die verständliche Befürchtung vieler Pädagogen und Bildungspolitiker, dass eine Orientierung an einseitigen Interessen der Wirtschaft eine umfassende Bildung von Kindern und Jugendlichen behindern könnte, hat erheblich zu dieser Distanz beigetragen. Diese Berührungsängste gehen letztlich zu Lasten der Jugendlichen.

Ziel aller Bildung ist es, dass Menschen ihr Leben gestalten und die Gesellschaft verantwortlich mitprägen können. Die Gesellschaft ist ohne den elementaren Bereich der Wirtschaft undenkbar. Diese Erkenntnis umzusetzen und die Distanz abzubauen, ist eine dringende Aufgabe.

Betriebe und Schulen wissen zu wenig voneinander. Betriebe sind oft enttäuscht, wenn ihren Erwartungen an Auszubildende nicht der Realität entsprechen. Schulen wissen oft zu wenig von den Anforderungen, die mit den Veränderungen in Wirtschaft und Arbeitswelt verbunden sind. Betriebe sind zu wenig darüber informiert, was sich auch in der Lebenswelt von Jugendlichen verändert und was die Schule leisten kann.

Das Projekt einer Partnerschaft Schule - Betrieb ist grundsätzlich freiwillig. Es wendet sich an Schulen, die für ihre Jugendlichen die Chancen vergrößern wollen, einen Ausbildungsplatz zu finden und einen realitätsnäheren Unterricht zu gestalten. Und es wendet sich an Betriebe, die an einem möglichst frühen Kontakt mit Schulen interessiert sind. Es gibt kein einheitliches Konzept für alle Schulen und Betriebe, sondern in Pilotprojekten wird erst herausgefunden, wie man kooperieren könnte.

Bei den Konzeptionen stellen sich im wesentlichen drei verschiedene Varianten heraus. Die erste Konzeption will für Schülerinnen und Schüler eine bessere Berufsvorbereitung dadurch erreichen, dass die Schule kontinuierlicher die Betriebe als Lernort nutzt. Betriebspraktika werden neu konzipiert und sollen kontinuierlich in der Sekundarstufe I angeboten werden. Diese Schulen suchen dafür feste Ansprechpartner in den Betrieben.

Bei der zweiten Konzeption geht es darum, vor allem im regionalen Umfeld   Kooperationsbeziehungen zu Betrieben aufzubauen. Durch einen gegenseitigen Austausch soll der Unterricht realitätsbezogener gestaltet werden. Betriebsangehörige werden in den Unterricht einbezogen. Schulen lernen ihren Bezirk als Wirtschaftsstandort kennen und nutzen. So entstehen lokale Netzwerke zwischen Betrieben und Schulen.

Die dritte Konzeption sucht vor allem in bestimmten Fachbereichen Unterstützung für Schülerinnen und Schüler. Da geht es um den Umgang mit neuen Medien, den Informations- und Kommunikationstechnologien. Veränderungen in der Arbeitswelt erleben dabei Schüler und Lehrer konkret. Eine realistischere Orientierung wird erreicht. Alle Konzepte gehen davon aus, dass eine Zusammenarbeit nur fruchtbar sein wird, wenn beide Seiten einen Gewinn davon haben. Jede Seite muss etwas einbringen, was für die jeweils andere interessant ist. So müssen die Schulen Vorschläge machen, was sie den Betrieben anbieten können. Es ist erstaunlich, was Schulen hier einfällt:
Fortbildung mit Ausbildern über neue Lehr- und Lernmethoden, produktorientierter Gruppenunterricht, Nachhilfe für Auszubildende in allgemeinbildenden Fächern, Sprachunterricht für Firmenangehörige, Nutzung der Schulräume durch die Firma, Ansprechpartner für Drogenberatung, Gewaltprävention.

Die IHK hat in ihre halbjährliche Konjunkturumfrage an Berliner Betriebe die Frage aufgenommen: "Sind Sie an einer Kooperation mit Schulen interessiert?" Bisher haben darauf 80 Unternehmen positiv reagiert. Mitarbeiter der IHK sind von Anfang an in den Schulen dabei, lernen deren Vorstellungen und Arbeitsweise kennen und suchen nach geeigneten Betrieben. Die ersten Kooperationsvereinbarungen zwischen Betrieben und Schulen sind unterzeichnet, weitere sind in Arbeit. Deutlich wird bereits bei gemeinsamen Sitzungen von Ausbildern und Lehrkräften, wie überfällig es ist, dass beide Seiten gegenseitige Vorwürfe überwinden und zu einer produktiven Verständigung über Leistungsanforderungen und Standards kommen. Die bildungspolitische Diskussion seit den Ergebnissen der international vergleichenden TIMS-Studie in Mathematik und Naturwissenschaften hat deutlich gemacht, wie notwendig die Verständigung über Standards in der Schule und über die Aussagekraft von Abschlüssen ist. Zu vielen Schülerinnen und Schülern mangelt es an der Befähigung, wirklich naturwissenschaftliches Verständnis und problemlösende Fähigkeiten zu erwerben. Hier kann eine Kooperation zwischen Betrieben und Schulen ansetzen. Die Vereinbarung zwischen der Ernst-Schering-Oberschule und der Schering AG sieht genau dies vor. Es ist zu hoffen, dass gute Beispiele für immer mehr Schulen und Betriebe attraktiv wirken. Letztlich sollte es in Berlin eine Selbstverständlichkeit werden, dass aus Schulen und Betrieben Partner werden.
Die Autorin war Schulsenatorin in der rot-grünen Regierung unter Walter Momper und koordiniert heute die Kooperation zwischen der Industrie- und Handelskammer und den Schulen

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Kooperationsvertrag

Scheringblätter 2/2001
Ernst Schering macht Schule

Kooperationsvertrag mit der Ernst Schering Oberschule 

Berlin. Im Rahmen des IHK-Projekts Partnerschaft Schule - Betrieb unterzeichneten Dr. Schmeier, Leiter Personal, Organisationsentwicklung und Führungskräftebetreuung bei Schering und Günter Linkiewicz, Schulleiter der Ernst-Schering- Oberschule, im Dezember 2000 eine Kooperationsvereinbarung. Sie soll den Austausch zwischen Schule und Betrieb fördern, Schülerinnen und Schülern einen stärkeren Einblick in den Berufsalltag geben und durch gemeinsame Projekte konkrete Hilfestellung für deren Einstieg in den Beruf anbieten. 
Schering möchte, dass Schule und Betrieb wieder eine stärkere Anbindung finden. In einer sich rasch verändernden beruflichen Welt muss auch die Wirtschaft der Schule Ausrichtungshilfen bei der Vorbereitung der Schüler auf die späteren Ausbildungsanforderungen geben. 
Vorgesehen ist, dass Mitarbeiter von Schering an Unterrichtsprojekten teilnehmen und über Veränderungen der Arbeitswelt und heutige Anforderungen an Arbeitskräfte referieren sowie konkrete Bewerbungssituationen mit den Schülern trainieren. 
Die Ernst-Schering-Oberschule wird dem naturwissenschaftlichen Unterricht, vor allem dem Chemie- und Biologieunterricht, eine deutlich stärkere Praxisorientierung durch Zusammenarbeit mit Schering geben. Besuche in den Schering-Laboren und Betriebspraktika für Schüler unterstützen dies. 
Im Rahmen der Lehrerfortbildung werden gemeinsame Seminare veranstaltet, um den gesamten Bildungs- und Erziehungsprozess wieder stärker an die fortschreitenden Entwicklungen in der Industrie heranzuführen.       mathias claus 

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Zwei Welten gehen aufeinander zu - Partnerschaft von Schule und Betrieb
Auszug aus einem Interview Frau Sybille Volkholz, Schulsenatorin a. D.
in BWP (Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis) 1/2001. Die Zeitschrift des BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung

BWP_ Eines Ihrer Projekte nennt sich "Brücke zum Beruf". Wie haben wir uns die Projektarbeit hier vorzustellen? 
Volkholz_ In diesem Projekt wird das Betriebspraktikum neu organisiert. Für Schüler des 9. und später auch des 10. Jahrgangs sollen an einem Tag in der Woche außerschulische Lernorte in die schulische Arbeit einbezogen werden. Gedacht ist dabei besonders an Wirtschaftsbetriebe, in denen für die Schüler für jeweils ein halbes Schuljahr Betriebserkundungen bzw. -praktika ("Berufstage") stattfinden. Vorbereitet, begleitet und nachbereitet werden die Praktikumserfahrungen durch ergänzende schulische Angebote („Berufsschultage“). 
Das traditionelle dreiwöchige Berufspraktikum soll von einem Praktikumstag („Berufstag“), der in jeder zweiten Woche stattfindet, abgelöst werden. Durch diesen regelmäßigen Einblick in die Berufswelt soll den Schülern (aber auch Lehrern) nachhaltiger, weil über das ganze Schuljahr wiederholt, vermittelt werden, was sie nach der Schule erwartet. Ferner sollen Anregungen zur Arbeit in der Schule gewonnen werden. Durch die kontinuierlichen Betriebserfahrungen der Schüler werden im Laufe der Zeit möglicherweise auch die Anforderungen und Inhalte des Unterrichts überdacht werden müssen. Auf dieses Risiko wollen sich die Schulen bewusst einlassen. 
Vom Modellprojekt „Brücke zum Beruf“ versprechen sich die Schulen eine Weiterentwicklung der schon begonnenen Anstrengungen zur Gestaltung des angestrebten Schulprofils (Schwerpunkt "Wirtschaft"), das die Chancen der Schüler beim Übergang ins Berufsleben verbessern soll. 
BWP_ Wie sähe der Zeitrahmen dafür aus? 
Volkholz_ Nach einer Phase von fünf Wochen zu Beginn des Schulhalbjahres, in denen die Schüler auf ihre betrieblichen Aufgaben vorbereitet werden, folgt ein einwöchiges Einführungspraktikum. Es dient dem Kennenlernen des Betriebs, in dem sie für ein Schulhalbjahr konkrete Aufgaben übernehmen. Danach arbeiten die Schüler in 14-tägigem Wechsel jeweils sechs Stunden in „ihrem“ Betrieb und im Klassenverband in der Schule. 
Neben den Curricula für das Fach Arbeitslehre werden den Schülern auch verpflichtende Zusatzangebote insbesondere aus den Bereichen Englisch (Wirtschaftsenglisch) und Mathematik (Rechnungswesen) gemacht. 
Nach der Vorbereitungsphase in der Schule und dem Einführungspraktikum arbeiten die Schüler ein halbes Jahr in „ihren“ Betrieben. Ihre Arbeiten protokollieren sie in einem Berichtsheft. Ein/e Lehrer/-in besucht die Schüler regelmäßig an ihrem „Berufstag“ und trifft alle erforderlichen Absprachen mit den Betrieben. 
Als geeignete Betriebe kommen alle Wirtschaftsunternehmen (ob handwerkliche, gewerbliche oder kaufmännische Betriebe, aber auch soziale Einrichtungen) in Frage, die bereit sind, eine neue Form der Zusammenarbeit mit der Schule auszuprobieren. Bei guten Erfahrungen erhoffen wir uns dann eine langfristige Verbindung. 

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Jeden zweiten Mittwoch ist Polizeisprechstunde
Berliner Morgenpost vom 14.3.2001
Ernst-Schering-Schule will mit präventiven Maßnahmen Schüler gegen Gefahren wie Drogen oder Gewalt auf der Straße schützen
Von Alina Kanitz

Wedding - «Täter suchen sich Opfer, die schwächer sind», ist eine Erfahrung, die Hauptkommissar Vetter den Schülern mit auf den Weg gibt. «Da kann das Messer, das zur eigenen Sicherheit gedacht war, schnell eine Waffe in der Hand des Täters werden.» Möglich, dass diese Antwort nicht immer zufrieden stellt. «Aber mein Ziel ist schließlich nicht, eine Waffenberatung durchzuführen», sagt der Polizist, der an einer Weddinger und einer Reinickendorfer Schule regelmäßig Sprechstunden gibt. Dann können Schüler, Lehrer und Eltern über alles reden, was sie im Zusammenhang mit der Polizei interessiert.
Jeden zweiten Mittwoch kommt Dietmar Vetter mit einem Kollegen in die Ernst-Schering-Schule an der Lütticher Straße 47. Punkt 9.35 Uhr, wenn die Hofpause beginnt, hält ihr Einsatzwagen vor dem Schultor. Die Männer in Uniform schlendern über den Schulhof. Vorbei an den Grüppchen, die sich über den gestrigen Abend oder die bevorstehende Geschichtsarbeit unterhalten. «Wenn wir zur Pause auftauchen, wissen die Schüler sofort Bescheid», sagt er. Heute ist wieder Polizeisprechtag.
Dabei sind die Schering-Schüler nicht etwa besonders gewaltbereit. Es gibt auch keine Dealer, Junkies oder Verbrecher. Es ist eine ganz normale Schule mit «ganz normalen Rangeleien», wie Direktor Günter Linkiewicz sagt. Das Projekt, das seit Mai vergangenen Jahres an der Lütticher Straße 47 läuft, soll vorbeugen, nebenbei ein wenig das Image der Polizei heben und im konkreten Fall auch helfen. Bis zu 20 Schüler besuchten den separaten Raum in der Anfangszeit. Jetzt sind es durchschnittlich fünf, die sich einzeln beraten lassen. «Etwa die Hälfte erkundigt sich nach Ausbildungsmöglichkeiten bei der Polizei», überschlägt Dietmar Vetter. Andere lassen sich rechtliche Begriffe erklären oder kommen mit aktuellen Problemen. Meistens würde Aufklärung weiter helfen, drei oder vier Anzeigen habe er aber auch schon geschrieben.
So wie in dem einen Fall, der Schüler der Paul-Löbe-Hauptschule in Reinickendorf betraf. «Einigen Jungs wurden jeden Morgen auf einem U-Bahnhof die Zigaretten abgepresst. Manche wurden sogar zur Durchsuchung an die Wand gestellt», erinnert sich der Hauptkommissar und betont, dass es sich dabei eindeutig um Nötigung laut Strafgesetzbuch handelte. «Wir haben in der Folgezeit verstärkt Streifen in den U-Bahnhof geschickt.»
Auch Unterschlagung käme öfter vor. Wie bei dem Jungen, der seine Playstation verliehen hatte, aber nicht zurück bekam. «Wir haben ihm klar gemacht, dass es sein gutes Recht ist, die Playstation wieder einzufordern, obwohl sie ja nicht gestohlen war», sagt der 37-jährige Hauptkommissar. Gemeinsam mit dem Schüler setzte er ein Schreiben auf, das auf die rechtlichen Möglichkeiten verwies. Inzwischen ist der Fall erledigt - dennoch wundert sich Vetter, wie hilflos zum Teil nicht nur Schüler, sondern auch Eltern sind.
Nicht alle Schulen öffnen sich den Polizisten. «Wir haben keine Probleme.» Oder «wir lösen unsere Konflikte allein», sind Sätze, die Dietmar Vetter von Direktoren hört. Sicher fürchten manche um den Ruf, vermutet er. Dabei ginge es wirklich um Prävention. Ein Mädchen entschied sich nach einem Gespräch sogar für den Polizistenberuf.

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Einführung in kapitalistische Produktion
Neues Deutschland v. 13.3.01

Von Andreas Fritsche 
Üblich ist die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz mit dem Halbjahreszeugnis der 10. Klasse. Anfang Februar wird dieses Zeugnis ausgegeben. Erfahrungen zeigten, dass Berliner Schüler zu spät mit der Frage der Berufswahl konfrontiert werden, sagte Schulstaatssekretär Thomas Härtel (SPD). 
Abhilfe soll das Projekt »Schule - Wirtschaft/Arbeitsleben« schaffen, das seit einem halben Jahr mit Mitteln des Bundesbildungsministeriums an sechs hauptstädtischen Schulen läuft. Es handelt sich dabei um eine Variante der DDR- Fächer Einführung in die sozialistische Produktion (ESP) und Produktive Arbeit (PA) unter kapitalistischen Bedingungen. Alle zwei Wochen absolvieren insgesamt über 1000 Schüler ab der 7. Klasse einen Tag lang ein Praktikum in einem Unternehmen. Flankierend lernen sie Wirtschaftsenglisch und Rechnungswesen im Klassenraum. 
Der 15-jährige Benjamin van der Bosch von der Ernst-Schering-Oberschule (ESO) beispielsweise montierte bei der Reinickendorfer Firma ZF-Lenksysteme Servolenkungen. Jetzt wechselte er in einen Schuhladen, wo es ihm nicht ganz so gut gefällt. Später mal ins Kfz-Gewerbe einzusteigen, kann er sich gut vorstellen. 
Über die absolvierten Praktika informiert ein Berufswahlpass, der bei Bewerbungen Vorteile verschaffen soll. Härtel hofft darauf, dass der Pass die Bereitschaft von Unternehmen steigert, selbst auszubilden. 
Was den Schülern beizubringen ist, weiß ESO-Leiter Günter Linkiewicz: Schlüsselqualifikationen wie der Umgang mit dem Computer und Eigenschaften wie Ordnung und Pünktlichkeit. Dass es lohnt, solche Qualitäten einzuüben, kann Schulleiter Heiko Kammigan mit einer eindrucksvollen Zahl belegen. Seit 1996 bekamen nur drei Abgänger der Tesla-Oberschule keinen Ausbildungsplatz. Das führt Kammigan auf Bewerbungstraining und mit dem neuen Projekt vergleichbare Aktivitäten zurück. 
Am Projekt nehmen teil: die Hauptschulen Helle Mitte, Hellersdorf Tel.: 995 19 61 und Schwarzkopff, Wedding, Tel.: 493 59 58, die Realschulen Beucke, Zehlendorf Tel.: 63 21 54 63 und Tesla, Prenzlauer Berg, Tel.: 4 21 22 30 sowie die Gesamtschulen Ernst-Schering, Wedding, Tel.: 4 54 36 79 und Helmholtz, Neukölln, Tel.: 6 09 71 70 

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Wie finde ich eine Lehrstelle?
Modellversuch will Schülern helfen, sich besser vorzubereiten 
Berliner Morgenpost vom 13.3.01
Klagen aus der Wirtschaft über mangelnde Allgemeinbildung und unzulängliche Rechtschreib- und Mathematikkenntnisse der Schulabgänger sind bekannt. Nicht selten sind diese Defizite der Grund, dass Ausbildungsverträge nicht zustande kommen. Um den Schülern über die Schulzeugnisse hinaus Qualifikationen zu vermitteln, die sie als potentielle Auszubildende bei Lehrbetrieben interessant machen, entstand das Projekt "Schule-Wirtschaft/Arbeitsleben". Seit Beginn des Schuljahres machen sechs Schulen in Wedding, Neukölln, Zehlendorf, Prenzlauer Berg und Hellersdorf mit. 1100 Schüler sind beteiligt. Schulstaatssekretär Thomas Härtel (SPD) stellte gestern den Modellversuch vor, an dessen Ende der Erwerb eines "Berufswahlpasses" steht. 
"Mit dem Zertifikat können die Absolventen die Teilnahme an Praktika und Projekten belegen", erklärte Härtel. "Die Firmen können damit Interessen und Neigungen des Bewerbers erkennen. Den Schülern wird dabei geholfen, herauszufinden, was sie eigentlich möchten." 
Beteiligt ist auch die Ernst-Schering-Oberschule in Wedding. Dort gibt es bereits seit 1994 ein "Lernbüro", in dem Schüler der Klassen 9 und 10 im Rahmen des Arbeitslehreunterrichts in einer Simulationsfirma mit sieben Abteilungen ein Unternehmen von innen kennen lernen. Künftig können diese Kenntnisse in das Zertifikat einfließen. "Die Schüler lernen Verantwortung für ihren Arbeitsbereich und sauberes und eigenständiges Arbeiten", erklärt Projektleiter Hermann Groß.            tm 

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Brückenschlag von Schule zu Beruf 
Neues Modellprojekt ermöglicht Praktika in Partner-Firmen 
Der Tagesspiegel v. 13.3.01
Selbst beim Kistenschleppen und Regaleinräumen kann man fürs Leben lernen. „Wenn den Jugendlichen dabei die Erkenntnis kommt, dass sie diese Tätigkeit in ihrem späteren Berufsleben keinesfalls ausüben wollen und sich deshalb in der Schule mehr anstrengen - dann ist das auch schon was“, sagt Hubert Fitzel, pädagogischer Koordinator des „Brücke-Projekts“ an der Ernst-Schering-Oberschule in Wedding. Die Gesamtschule gehört zu den sechs Haupt-, Real- und Gesamtschulen in Berlin, die sich seit diesem Schuljahr am dreijährigen Programm "Schule - Wirtschaft/ Arbeitsleben" des Bundesbildungsministerium beteiligen. 
Ein etwas sperriger Titel - er bedeutet, dass die Schüler bereits von der siebenten Klasse an im Unterricht, während Betriebspraktika oder auch während nur kurzfristiger Projekte in Zusammenarbeit mit Firmen besser auf den Berufsalltag vorbereitet werden, erläuterte gestern Schulstaatssekretär Thomas Härtel in der Aula der Schering-Schule. 
Die Lehranstalt hat Glück: auch dank des Namenspatrons wurde ein Partnerschaftsvertrag mit Schering unterzeichnet, berichtet Schulleiter Günter Linkiewicz. 
Ingesamt haben die Schüler der "Brücke- Klasse" 9.21 sogar die Chance, in 18 verschiedenen Firmen Berufserfahrung zu sammeln. Nach einer Einführungswoche im Betrieb stehen ein „Berufstag“ in der Firma und ein Berufschultag an der Schule im wöchentlichen Wechsel auf dem Stundenplan. 
Fiktive Firma „Watt und Volt“ 
"Verkauf,"Lager","Kunden" - über den Schultischen in den so genannten Lernbüros hängen Abteilungsschilder. "Es wurde aus Versehen die Bedarfsmeldung von Radio Bauer doppelt geschrieben. Wir bitten um Verständnis", entwirft die 14-jährige Jeannette Skorka als Beschäftige der fiktiven Schulfirma Watt und Volt einen Brief „Ans Lager!“. Im Klassenraum nebenan setzen sich die Jung-Angestellten an gelborangene Büromöbel, die die Citibank zugunsten des Schulfördervereins ausgemustert hat - wirklichkeitsnahe Arbeitsatmosphäre. 
„Beim Praktikum in der Firma Gerb- Schwingisolierung habe ich richtig als Sekretärin mitarbeiten können, das hat Spaß gemacht“, erzählt die 16-jährige Minire Rustemi. Auch Jaqueline Vennedey, 16, profitiert von der Erfahrung als Schüler der "Brücke-Klasse": Bei Ikea und Alcatatel simulieren Mitarbeiter Bewerbungsgespräche: Trockenübungen für den Ernstfall. 
Natürlich kann das Modell für derzeit 1400 Schüler - 170000 DM Bundesmittel gibt es in Berlin pro Jahr dafür - die Lehrstellenknappheit nicht beseitigen, räumte Staatssekretär Härtel ein. Doch bei ähnlichen Projekten wie "Praktisches Lernen" habe man die Erfahrung gesammelt, dass die Schüler eher in Ausbildungsverhältnisse übernommen werden, sagte Thomas Nix, Leiter des Berliner Projekts. 
Mitunter erschwert die Kluft zwischen Schulalltag und Berufsleben das Brückenschlagen. Es sei nicht immer leicht, willige Firmen mit Mitarbeitern zu finden, die bereit sind, Zeit und Mühe in die Betreuung von Schülerpraktikanten zu investieren, sagten die beteiligten Schulleiter. Die Schüler wiederum müssen erst lernen, am Arbeitsplatz selbstbewußt mitzutun. Und auch die Lehrer müssten mitunter weitergebildet werden - etwa am Computer.                  kög

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Netzwerk zwischen Schule und Wirtschaft aufgebaut 
Schon von der Schulbank aus die Berufswelt erkunden 
Der Nordberliner v. 13.3.01
WEDDING. Nicht nur die Schulbank drücken, sondern schon vor dem Schulabschluss einen Blick in die Berufswelt werfen - das ist beim Schulprojekt "Schule - Wirtschaft/Arbeitsleben" möglich, an dem Berlin im Verbund mit sechs weiteren Bundesländern teilnimmt: Durch das Projekt, an dem neben vier anderen Berliner Schulen auch die Weddinger Schwartzkopff- und die Ernst-Schering-Oberschule teilnehmen, soll für die Jugendlichen der Übergang von der Schule in die Berufsausbildung verbessert werden. 
"Schüler werden häufig zu spät mit dem Berufsleben konfrontiert und sind nicht genügend auf diesen Schritt vorbereitet", erklärte Staatssekretär Thomas Härtel am Montag in der Ernst-Schering- Oberschule an der Lütticher Straße, "durch das Projekt, das im Rahmen des Bündnisses für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit vom Bund gefördert wird, können Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Berufsfelder erkunden und werden in außerschulischen Lernorten, zum Beispiel in Betriebe oder öffentlichen Einrichtungen, eingebunden." 
Seit September 2000 hat der praktische Unterrichtsanteil für Schüler einer neunten Klasse stark zugenommen: Sie gehen an einem Tag in der Woche nicht in die Schule, sondern in einen Betrieb und arbeiten dort kräftig mit: "Die Neuntklässler haben nun die Möglichkeit, jedes Schulhalbjahr in einen anderen Betrieb zu wechseln, müssen aber, bevor sie dort beginnen, Bewerbungen abschicken und Einstellungsgespräche führen", sagte der Schulleiter der Gesamtschule, Günter Linkiewicz, "so sammeln sie praktische Erfahrungen und finden vielleicht sogar ihren Traumberuf. 18 Berliner Betriebe, darunter auch Schering, haben für unsere Schüler in allen Arbeitsbereichen Plätze frei." 
In der Schule wurde außerdem ein Lernbüro eingerichtet, in dem die Schüler eine Simulationsfirma durchlaufen, den fiktiven Versandhandel mit dem Namen Volt und Watt: "Unsere Klasse arbeitet in dieser Firma in unterschiedlichen Abteilungen, wir sind im Lager tätig, ein anderer ist für Kundenservice oder die Poststelle zuständig", erzählten die 15-jährigen Andreas Fengler und Manuel Adam, "so lernen wir die Firma richtig kennen und machen so eine Art Betriebspraktikum in der Schule." 
In der Schwartzkopff-Oberschule in der Gotenburger Straße 7-9 sind alle 260 Schülerinnen und Schüler am Projekt beteiligt. In den 7. und 8. Klassen wird ein Tag pro Woche für die Bearbeitung von Themen wie Textilverarbeitung, Holz-, Metall- oder Kunststoffverarbeitung und für Betriebserkundungen genutzt. In den Klassen 9 und 10 gehen die Schüler an einem oder zwei Tagen pro Woche in Betriebe und absolvieren außerdem ein einwöchiges Blockpraktikum. 
Doch nicht nur die Flexibilisierung der Übergangsphase, also das Kennenlernen von Firmen und einzelnen Berufsrichtungen steht bei dem Projekt im Vordergrund, sondern auch der sogenannte Berufswahlpass: „Zur Stärkung der Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler wird ein Berufswahlpass an den beteiligten Schulen erprob“, sagte Horst Seidel, Oberschulrat der Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport, „in diesen Pass können Angaben zum Betriebspraktikum, zusätzlichen Ferienpraktika, Unterrichtsprojekten und anderen besonderen Lernleistungen aufgenommen werden. Die Schüler erhalten so eine anerkannte Bescheinigung, insbesondere für die Bewerbungsunterlagen, über die Stationen ihres Berufswahlprozesses.“     fle

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Schulen wollen stärker auf den Beruf vorbereiten
Berliner Abendblatt Wedding vom 28.3.01

Wedding. Die Elektronikfirma „Volt und Watt“ hat ihren Sitz im Lernbüro der Ernst-Schering-Oberschule (ESO). Insgesamt 30 „Mitarbeiter“ sind in Abteilungen wie Kundenbetreuung oder Personalwesen angestellt. Im richtigen Leben sind die Angestellten Schüler der ESO. Thomas Härtel, Staatssekretär für Schule, stellte am Montag vergangener Woche das Lernbüro in der ESO als Teil des Programms „Schule - Wirtschaft/Arbeitsleben“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vor. 
Bereits im Jahre 1994 eröffnete das Lernbüro in der ESO. In ihm simulieren die Haupt- und Realschüler der Gesamtschule den Geschäftsalltag in der fiktiven Firma „Volt und Watt“. Als Mitarbeiter der Firma für Unterhaltungselektronik lernen die jugendlichen im Unterricht Geschäftsabläufe eines mittelständischen Betriebes kennen. So soll ihnen der Einstieg in einen Ausbildungsberuf nach dem Schulabschluss erleichtert werden. Seit September 2000 ist das Projekt der Weddinger Schule nun Teil des Bundesprogramms. Das mit 6,5 Millionen Mark bezifferte Vorhaben wird in allen 16 Bundesländern umgesetzt. Insgesamt 360 Schulen nehmen daran teil. In jedem Bundesland gibt es im Rahmen des Programmes unterschiedliche Projekte mit dem gleichen Ziel: den Übergang Jugendlicher von der Schule in die Berufsausbildung zu verbessern. In Berlin arbeiten sechs Haupt-, Real- und Gesamtschulen am Programm mit. Der Wedding ist gleich mit zwei Schulen vertreten: mit der ESO und mit der Schwartzkopff-Hauptschule. 
Haupt- und Realschüler besser vorbereiten 
Bei der Präsentation in der Schering-Schule in der Lütticher Straße erläuterte Thomas Härtel Umsetzung und Ziele des Projektes. „Die Erfahrungen mit Berliner Schulabgängern haben gezeigt, dass Real- und Hauptschüler oft Mängel bei der Vorbereitung auf den Berufseinstieg aufweisen“, sagte Härtel. Diese Mängel sollen durch flexible und auf die Berufsvorbereitung ausgerichtete Lernangebote behoben werden - und das möglichst schon ab Jahrgangsstufe sieben. Vor allem bei den Betriebspraktika in Klasse neun und zehn gebe es Veränderungen: Schon im Unterricht, sollen die Schüler auf das Praktikum vorbereitet werden. 
Die Praktikumszeit von zwei Wochen kann aufgeteilt werden. Dies kann so weit gehen, dass ein Praktikum in mehrere Blöcke geteilt wird, um die Erfahrungen der Schüler im Unterricht zu besprechen. Laut Härtel solle so eine Erkundung vielfältiger Berufsfelder mit größtmöglichen Praxisbezug erreicht werden". In der ESO wird das neuartige Praktikumskonzept bereits angewendet: Die Schüler der neunten und zehnten Klassen bereiten sich schulintern auf eine einwöchige Praktikumphase vor. Nach dem Praktikum arbeiten sie in jeder zweiten Schulwoche einen Tag im Betrieb. Durch fächerübergreifenden Unterricht wird zudem auf berufsrelevante Themenbereiche eingegangen. 
An der ESO werden die Erfahrungen der Schüler im Praktikum intensiv schulisch ausgewertet. In den Fächern Mathematik und Englisch eignen sich die Schüler Kenntnisse in Rechnungswesen und Wirtschaftsenglisch an. Diese verwenden sie dann im Unterrichtsfach Arbeitslehre, das im Lernbüro stattfindet. 
Neben der Veränderung der Betriebspraktika sollen sich die Schulen um eine enge Verzahnung mit der Berufswelt bemühen. „Die Kooperationen der Schulen mit der Wirtschaft können vom Umfeld und vom Schulprofil abhängen“, erklärte Härtel. Dem glücklichen Umstand, den Namen eines Industriellen zu tragen trägt die Kooperation der ESO Rechnung: Sie arbeitet im Rahmen eines Vertrages mit der Schering AG zusammen. 
Ziel ist es, die Schüler stärker zu motivieren 
Zusätzlich wird an den teilnehmenden Schulen ein Berufswahlpass eingeführt. Dieser ist nach den Worten von Staatssekretär Härtel als Qualifikationspass zu verstehen. In ihm sollen die Schüler Angaben zum Betriebspraktikum, zu außerschulischen Veranstaltungen oder zu konkreten Unterrichtsprojekten eintragen. 
Der Pass kann dann dem Arbeitgeber als zusätzliche Bewerbungsunterlage vorgelegt werden. „Das jeweilige Unternehmen erfährt so mehr über die Interessen, Neigungen und Qualifikationen des Bewerbers“, sagte Härtel. Und: Der Berufswahlpass soll die Schüler dazu anregen, sich aktiv mit der Planung ihrer beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen: „Wir wollen die Schüler motivieren, sich eigenständig mit der Berufsorientierung zu beschäftigen“, so Härtel. Das Projekt läuft noch bis zum 30. September 2002.        mg

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Tagesspiegel vom 19.4.01
Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit kommen an
Schüler erkunden die betriebliche Wirklichkeit / Unternehmen knüpfen Kontakte zum Nachwuchs 
Dagmar Rosenfeld 
 

An der Kurt-Schwitters-Gesamtschule in Berlin Prenzlauer Berg ist jeden Montag Wirtschaftstag: Die Bücher bleiben im Ranzen und die Tafel zugeklappt, denn dann steht die Berliner Unternehmenswelt auf dem Stundenplan. Punkt acht Uhr beginnt für die Neuntklässler die Schüler-Arbeits-Stunde. In diesen Unterrichtsstunden wird das Berufsleben nicht nur in der Theorie abgehandelt, sondern die Schüler erkunden die betriebliche Wirklichkeit auch vor Ort.

Möglich macht das ein Kooperationsvertrag mit der Gebäudereinigungsfirma Gegenbauer-Bosse. Der Vertrag wurde im Rahmen des Projekts "Schule und Betrieb" abgeschlossen, das die Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK) vor einem Jahr ins Leben gerufen hat. "Die Firmenpartnerschaft ist für unsere Schüler eine Chance, Unternehmensstrukturen und Berufsbilder hautnah kennen zu lernen", sagt Projektbetreuer Torsten Kaßner, der an der Schwitters-Schule Informatik und Arbeitslehre unterrichtet.

Schließlich sind die Schüler von heute die Auszubildenden von morgen. "Doch stehen sich Schulen und Betriebe häufig mit großer Distanz gegenüber", sagt die IHK-Projektleiterin und ehemalige Schulsenatorin Sybille Volkholz. So beklagen Unternehmen, dass Bildung und soziale Kompetenzen wie Verantwortungsbewusstsein und Lernbereitschaft bei den Schulabgängern zu wünschen übrig lassen. Viele Betriebe seien aber überhaupt nicht darüber informiert, was Schulen überhaupt leisten könnten, erklärt Volkholz. Umgekehrt gingen die Vorstellungen vieler Schüler über die Anforderungen der heutigen Arbeitswelt an der Realität vorbei. Mit dem Partnerschaftsmodell will die IHK nun Aufklärungsarbeit leisten und den Kontakt zwischen "Lehranstalt" und Lehrbetrieb intensivieren.

Von der Arbeitssicherheit bis zur Auftragsbearbeitung - bei Gegenbauer-Bosse haben die Schüler der Kurt-Schwitters-Schule sämtliche Betriebsabläufe kennen gelernt. Paul Eisermann hat in der Buchhaltung seine Mathe-Kenntnisse getestet, während sein Mitschüler Sebastian Saager in der Personalabteilung Bewerbungsunterlagen unter die Lupe genommen hat. Sebastian weiß jetzt nicht nur, was eine gute Bewerbungsmappe ausmacht, sondern auch welche Qualifikationen in der Arbeitswelt gefragt sind. "Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit kommen immer gut an", berichtet der 15-Jährige über seine neuen Erfahrungen.

Auch die Schering AG unterstützt das IHK-Projekt. Der Pharma-Konzern hat im Dezember 2000 mit der Ernst-Schering-Schule in Berlin-Wedding einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. "Am Anfang waren wir schon etwas skeptisch", gesteht Schering-Ausbildungsleiter Ralf Rode. Jedoch hätten sich die Zweifel am Bildungsniveau und der Motivation der Schüler am Ende als Vorurteile erwiesen. "Vielmehr ist es so, als ob Familienmitglieder, die sich lange Zeit aus den Augen verloren hatten, wieder zusammengefunden haben", beschreibt Rode die Projektarbeit. Schering bietet dem Nachwuchs Praktikumsplätze, organisiert Betriebsführungen und macht die Schüler in einem Bewerbungstraining fit fürs Vorstellungsgespräch.

Da das Partnerschaftsmodell "Schule und Betrieb" auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit beruht, profitieren auch die Unternehmen von der Kooperation. "Zum einen können wir den Schülern unsere Ausbildungsberufe näher bringen", sagt Rode. Zum anderen könne aber auch das pädagogische Potenzial der Schulen genutzt werden. So wollen die Schering-Ausbilder in Fortbildungsseminaren zusammen mit dem Kollegium neue Lehrmethoden erarbeiten und diskutieren. Denn durch den gegenseitigen Austausch der Erfahrungen und die Einbeziehung von Betriebsangehörigen in den Schulalltag könne der Unterricht realitätsbezogener gestaltet werden. Die Zusammenarbeit beschränkt sich jedoch nicht nur auf fachliche Fragen. Ebenso werden auch Themen wie Drogenberatung und Gewaltprävention gemeinsam angegangen.

Bis jetzt haben sich 20 Berliner Schulen an dem Projekt beteiligt und zu fast 60 Unternehmen, darunter auch Knorr Bremse und DeTeWe, Kontakte geknüpft. "Langfristig soll diese Partnerschaft zu einer festen Tradition werden", sagt Sybille Volkholz von der IHK. 

Ansprechpartner: Sybille Volkholz, Fasanenstraße 85, 10 623 Berlin, Tel. 030-31510-830.

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Berliner Morgenpost v. 18.9.02

Wedding: Bundestagskandidaten diskutieren mit Schülern

Junge Leute sympathisieren mit SPD und FDP

Die Aula der Ernst-Schering-Oberschule (ESO) an der Lütticher Straße ist gut gefüllt. Die Bundestagskandidaten des Wahlkreises Mitte sind zur Diskussion mit den Schülern erschienen. Das Besondere: Bereits am vergangenen Freitag haben die Jugendlichen ihre Stimme für eine Partei abgegeben, nach der Diskussion soll es nun einen zweiten Wahlgang geben - können die Kandidaten bei den Jugendlichen punkten?

Die Fragen wurden im Unterricht vorbereitet. Als es dann zur Sache geht, traut sich kaum ein Schüler so recht. Arbeitsmarkt, Friedens- und Zuwanderungspolitik sind die Themen, die die Teenager bewegen. 630 Schüler lernen an der ESO, etwa 60 Prozent von ihnen sind nicht in Deutschland geboren; sie stammen aus 24 verschiedenen Nationen.

Konkret wird es selten. So bekommt der 15-jährige Emrah Dede nicht wirklich eine Antwort auf die Frage, warum Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis nicht arbeiten dürfen. Benjamin Hoff (PDS, für Stefan Liebich), Wolfgang Wieland (Grüne), Jörg-Otto Spiller (SPD), Gabriele Heise (FDP) und Volker Liepelt (CDU) greifen auf bekannte Partei-Positionen zurück. So wollen FDP und CDU den Mittelstand stärken und die Wirtschaft ankurbeln, um Arbeitsplätze zu schaffen, PDS, SPD und Grüne dagegen die Arbeit gerechter und flexibler verteilen.

Nach der Diskussion wird dann erneut gewählt - das Ergebnis ist erstaunlich. Für die Jugendlichen hat Gabriele Heise (Jahrgang 1966) offenbar den besten Ton getroffen:

Sie kann das Ergebnis von 7,4 Prozent am vergangenen Freitag auf satte 21,9 Prozent verbessern. Gewinner bleibt trotz Sturz von 60,7 auf 46,5 Prozent der am Schluss mit dem meisten Beifall bedachte SPD-Kandidat. CDU (8,9 auf 6,8), Grüne (8,1 auf 7,3) und PDS (4,4 auf 1,4) stehen bei den Jugendlichen weniger gut im Kurs.

Wie viel im Wahlkampf eine sympathische Ausstrahlung wert ist, konnten die Politiker einmal mehr von den Schülern lernen. apu

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Tagesspiegel vom 4.9.03

Die im Artikel angesprochene Schülerin Gülcicek Ceri war Schülerin der Ernst-Schering-Oberschule und besuchte dort die Brückeklasse und arbeitete im Lernbüro der ESO.

Lehrjahre im Berliner Abgeordnetenhaus

Fraktion der Grünen hat die einzige Auszubildende des Parlaments

Noch etwas scheu guckt Gülcicek Ceri bei ihrem ersten Pressetermin in die Kameras. Am Montag war für die 17-Jährige der erste Tag ihrer Berufsausbildung zur Bürokommunikationskauffrau. Das besondere daran: Nicht irgendein Betrieb bildet die Berlinerin aus. Für drei Jahre wird sie nun von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus in der Büroarbeit geschult. Zum Start des neuen Ausbildungsjahrs will die Fraktion damit einen Beitrag zur Ausbildungsmisere in Deutschland leisten und vergab den ersten Ausbildungsplatz bei einer Fraktion im Abgeordnetenhaus. Die Industrie- und Handelskammer IHK habe der Fraktion zuvor die Bedenken genommen, als Ausbildungsbetrieb überhaupt geeignet zu sein. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, sagt Fraktionsvorsitzende Sibyll Klotz. Es fehlen bundesweit 150 000 Ausbildungsplätze, nur jeder fünfte Betrieb bildet aus. „Es gibt Bereiche, die ausbilden könnten, es aber nicht tun", sagt Klotz. Sie hofft, dass im Abgeordnetenhaus nun auch größere Fraktionen Ausbildungsplätze zu Verfügung stellen.

„Meine Eltern sind stolz auf mich", freut sich Ceri, die später gerne im Abgeordnetenhaus arbeiten möchte. Freunde von ihr hätten schon nachgefragt, ob noch Plätze frei wären. Aber so leicht ist das nicht: Aus fünf vielversprechenden Bewerbungen entschied sich die Fraktion für Gülcicek Ceri, die von allen nur „Gülci“ genannt wird. „Sie hatte sich super vorbereitet", schwärmt Reiner Felsberg, Geschäftsführer der Fraktion. Parlamentspräsident Walter Momper (SPD) beglückwünschte sie und gab noch einen Rat: „Gut und hart arbeiten - und pünktlich sein!“           

LAURA PLATT

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Berliner Morgenpost v. 26.9.03

2000 Berliner Achtklässler wollen Müllionär werden

Wedding

Wer wird Müllionär? Diese Frage stellen sich seit gestern mehr als 2000 Berliner Achtklässler. Das Recyclingunternehmen Dass hat in der Ernst-Schering-Oberschule an der Lütticher Straße seine Quizshow "Werde Müllionär" rund um das Thema Müll und Recycling gestartet. Zu gewinnen sind Preise im Gesamtwert von 10 000 Euro. Günther-Jauch-Ersatz Stephan Michme, Rocksänger und Radio-Fritz-Moderator, stellte die Fragen, die sich für die 14- bis 15-Jährigen zum Teil als recht knifflig erwiesen.

Eine Erfahrung, die Dass-Sprecher Iwan Zinn und Lehrerin Gisela Weimert nicht überraschte. "Jugendliche in diesem Alter haben oft kein Bewusstsein für das Thema Umweltschutz", sagte die Pädagogin. Zinn betonte, das Unternehmen wolle auf dem Weg der Spielshow für eine Sensibilisierung sorgen. In den kommenden Wochen wird die Show noch in 20 weiteren Oberschulen gastieren. Am 10. November steigt das Finale im Musical-Theater am Potsdamer Platz.

Markus Falkner

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Der Nordberliner (Nr. 25) vom 17.6.2004

Schul-Umweltpreis Mitte vergeben

„Menschen brauchen Bäume" auf Rang eins

Mitte/Wedding. 14 Gruppen beteiligen sich in diesem Jahr am Schul-Umweltpreis Mitte 2004, der unter dem Motto „Kinder, Schule, Kiez ... gemeinsam für die Umwelt" stand. Im Rahmen des Schul-Umwelttages wurden am Freitag im Schul-Umwelt-Zentrum Mitte in der Schamweberstraße die Preisträger gekürt.

Der erste Preis (850 Euro) ging an die Goethepark-Grundschule, die einen Beitrag „Menschen brauchen Bäume" verfasst hatte. Platz zwei belegte die Gottfried-Röhl-Grundschule mit „Natur erleben mit (fast) allen Sinnen", belohnt mit 500 Euro. Je 250 Euro erhielten die drittplatzierten Beiträge „Kräuterspirale" der (Ernst-Schering-Oberschule) und „Die schönste Zeit zeigt uns die Sonne" der Lessing-Oberschule. Der Sonderpreis für eine besonders engagierte und nachhaltige Schulhof-Umgebungsgestaltung (Einkaufsgutschein „toom"-Baumarkt über 700 Euro) ging an die James-Krüss-Grundschule.

An dem mit einer neuen Struktur ausgeschriebenen Wettbewerb nahmen damit mehr Gruppen als in der Vergangenheit teil - das neue Konzept scheint sich auszuzahlen. Im kommenden Jahr soll das Schwerpunktthema „Energie" lauten.

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Berliner Morgenpost vom 30.8.2004

Wer bummelt, muss fegen

Ernst-Schering-Oberschule sucht engen Kontakt zur Wirtschaft - Lehrer machen zahlreiche Zusatzangebote

Von Gerold Osterloh

Berlin - Die Frage, ob die Schule sich mitverantwortlich fühlen muss, dass so viele Jugendliche keine Lehrstelle finden, beantwortet Thomas Schumann schlicht mit Ja. Seine Ernst-Schering-Oberschule macht seit 1998 aber große Anstrengungen, um ihnen beim Start ins Berufsleben zu helfen: durch ein Projekt Schule und Wirtschaft zusammen mit den Kammern und beispielsweise Schering, durch mehr Praktika für Schüler und Lehrer, durch spezielle Klassen, in denen die Welt der Wirtschaft in einer Großhandelsfirma simuliert wird sowie durch Extra-Förderunterricht in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch.

Warum seine Schule, deren stellvertretender Leiter er ist, eine Art Pilotfunktion bei der Zusammenführung von Schule und Wirtschaft übernommen hat, weiß Schumann auch nicht so richtig zu erklären. Es hat wohl mit seinem Engagement und den zahlreichen Problemen dieser Kiezschule zu tun, wo es die Kinder in den vielen sozial schwachen Familien nicht leicht haben. Das gesamte Kollegium stehe hinter den Aktivitäten. Auch die Lehrer gehen für Praktika in die Firmen. Das bedeutet Erfahrungsaustausch mit den Lehrlingen in den Betrieben. Hinterher wird aufgearbeitet, was wichtig ist, damit die Schule gezielter vorbereiten kann und die Schüler die Eignungstests der Betriebe eher bestehen.

Die bisherigen Erfahrungen sind in einem schon recht ansehnlichen Ordner mit dem Namen Berufswahlpass untergebracht. Dieser Schatz wird kontinuierlich fortgeführt, um immer auf dem neuestens Stand zu sein. Er dient als Unterrichtsgrundlage, wenn es darum geht, wie sich die künftigen Lehrlinge am besten bewerben. Dazu erhalten sie die Möglichkeit, den Umgang mit Computern zu lernen und dies in einem besonderen Zertifikat bescheinigt zu bekommen. Wer will, kann einen Mofa-Führerschein erwerben oder sich als Konfliktlotse ausbilden lassen.

Darüber hinaus wird in den jeweils neunten Klassen der Realschule und den siebten Klassen der Hauptschule gezielt Förderunterricht erteilt, damit die Schüler Versäumtes nachholen können. Dabei geht es um Zusatzarbeit, eine ganze Woche. Die Lehrer machen fast alle mit, was sie nicht nur Zeit kostet. Sie haben sich zudem zu 80 Prozent durch das Programm "Pädagogische Schulentwicklung" speziell darauf vorbereitet, sagt Projektleiter Hermann Groß. Das besondere Ziel liegt darin, bei den Schülern das selbstständige Arbeiten zu fördern.

"Wir können selbstverständlich nur Angebote machen, annehmen müssen die Schüler das schon selber", sagt Schumann. Das ist aber offensichtlich der Fall. In den Klassen, wo Wirtschaft anhand einer fiktiven Firma geübt wird, nehmen bereits 20 Prozent der insgesamt 650 Schüler der Ernst-Schering-Oberschule teil. Das Beispiel der Vernetzung von Schule und Wirtschaft hat inzwischen bei 27 Ober- und 24 Berliner Hauptschulen Schule gemacht.

Schumann ist sich sicher, dass seine Schule ihren Ruf in der Wirtschaft verbessert hat, besonders bei Schering. Er weiß aber nicht, wie viele Absolventen tatsächlich eine Lehrstelle ergattert haben. Darüber wird keine Statistik geführt. Er wünscht sich, dass sich die Eltern stärker beteiligen, um die Berufsaussichten der Kinder zu verbessern. Er weiß aber, wie schwer das ist in einem Bezirk wie Wedding. Doch er geht davon aus, dass sie mit der Verbindung von Schule und Wirtschaft einverstanden sind: Die Anmeldungen sprechen für sich.

Eines weiß Schumann aber auch: Es kommt nicht nur auf Rechnen oder Schreiben beim Start ins Berufsleben an, entscheidend sind zudem Schüsseleigenschaften wie Teamfähigkeit, Hilfsbereitschaft, Kameradschaft, Zusammenarbeit oder Pünktlichkeit. In diesem Zusammenhang hat sich die Ernst-Schering-Oberschule etwas Besonderes einfallen lassen: Wer zu spät kommt, und seien es nur Minuten, muss die ganze erste Stunde den Bürgersteig fegen. Es hat gewirkt. Nur ganz vereinzelt werden noch Verspätungen registriert. Wer keine unentschuldigten Fehlzeiten im Zeugnis vermerkt hat, für den haben sich die Aussichten auf eine Lehrstelle verbessert.

Berliner Morgenpost vom 9.5.2005

Wie aus Altpapier eine neue Zeitung entsteht

Schülerreporter im Schwedter Werk von UPM-Kymmene

Wie umweltfreundlich wird heute Papier produziert? Das haben Schülerreporter im Schwedter Papierwerk des finnischen Konzerns UPM-Kymmene recherchiert: Im Rahmen des Projekts "Schüler machen Zeitung" bieten UPM und Berliner Morgenpost regelmäßig Exkursionen nach Schwedt an. Die Fragen der Jung-Reporter beantworteten die betriebliche Umweltberaterin Katrin Ramscheck und Jürgen Jahnke, Ausbildungsleiter im UPM-Werk Schwedt.

 

Wie schnell arbeitet Ihre Papiermaschine? (Savas, Ernst-Schering-Oberschule, Wedding)

Jürgen Jahnke: Pro Minute stellt sie etwa 1650 bis 1700 Meter Papier her, wobei die Bahn 8,50 Meter breit ist.

Wie viel Papier produzieren Sie pro Jahr, und wie kommt das Papier zu den Kunden? (David, Ernst-Schering-Oberschule, Wedding):

Katrin Ramscheck: In Schwedt stellen wir jährlich bis zu 285 000 Tonnen Zeitungsdruckpapier her. Das Papier wird automatisch verpackt und etikettiert, dann kommen die Rollen ins Lager. Von dort werden sie später auf Lkw und auch auf Schiffe verladen, um zum Kunden zu gelangen.

Wie viel Altpapier braucht man, um eine Tonne neues Zeitungspapier herzustellen? (Sarah, Kl. 8.4, Heinrich-Schliemann-Gymnasium, Prenzlauer Berg)

Jürgen Jahnke: Um eine Tonne neues Zeitungspapier zu produzieren, setzen wir in unserem Schwedter UPM-Werk 1200 Kilogramm Altpapier ein.

Wie oft kann man Papier letztendlich recyceln? (Sandra, Kl. 8.4., Heinrich-Schliemann-Gymnasium, Prenzlauer Berg):

Jürgen Jahnke: Rein theoretisch könnte eine Faser vier- bis siebenmal recycelt werden. Die Fasern werden bei jedem Recyclingprozess etwas mehr strapaziert. Nach mehreren Durchgängen sind die Fasern zu kaputt, als dass man sie wiederverwenden könnte. Da aber durch die Mischung des Altpapiers, welches von verschiedenen Herstellern produziert wird, immer wieder frische Fasern eingebracht werden, ist dies wirklich nur eine theoretische Zahl. Allerdings werfen wir die zu kurz gewordenen Fasern nicht weg. Wir nutzen sie als regenerative Brennstoffe in unserem unternehmenseigenen Heizkraftwerk.

Was passiert mit den Reststoffen, die Sie in Ihrem Kraftwerk verbrennen? Wie umweltfreundlich ist das? (Marcel H., Kl. 9a, Konrad-Lorenz-Oberschule, Hellersdorf):

Katrin Ramscheck: Das Werk muss strengen Umweltauflagen genügen, die ständig kontrolliert werden. In die Umwelt gelangen nicht mehr Abgase als laut Gesetz zugelassen sind. Bei der Verbrennung von Reststoffen werden Wärme und Strom erzeugt. Der entstehende Rauch wird durch Filter geleitet; die anfallende Asche wird für die Zementindustrie genutzt.

Wie verträgt sich das UPM-Werk mit dem benachbarten Nationalpark Unteres Odertal? (Dominik Halfpap, Kl. 9, Kathol. Schule St. Hildegard, Tempelhof)

Katrin Ramscheck: Die Fabrik hat eine eigene Abwasserreinigungsanlage sowie ein eigenes Kraftwerk, die beide mit diversen Filtern zum Schutz von Wasser bzw. Luft ausgerüstet sind. Somit werden die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten, bzw. unterschritten. Deshalb gibt es kaum Probleme mit dem benachbarten Nationalpark. Unser Umweltengagement belegen auch verschiedene Zertifikate, die uns unabhängige Umweltgutachter nach Prüfungen erteilt haben.

Wie viel Wasser benötigen Sie bei der Papierherstellung und woher kommt es? (Ulrike, Ernst-Schering-Oberschule, Wedding):

Katrin Ramscheck: Das Wasser kommt von der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße. Wasser ist der wichtigste Hilfsstoff bei allen Prozessen. Wir haben bei uns einen Frischwasserbedarf von 8000 Kubikmetern pro Tag. Eine hohe Verdünnung des Papierbreis, der sich zu 99 Prozent aus Wasser und zu einem Prozent aus Papierfasern zusammensetzt, ist Grundvoraussetzung für die Herstellung von qualitativ hochwertigem Papier. Der Frischwasserverbrauch liegt unter 10 Liter Wasser pro Kilo Fertigpapier. Das ist in der Papierindustrie ein recht guter Wert.

Was wird für die Wiederaufforstung und den Schutz des Waldes vor Borkenkäfern getan? Werden die anfallenden Äste, die einen Nistplatz für Borkenkäfer darstellen und nicht von der Papier- oder Holzindustrie genutzt werden, aus dem Wald entfernt? (Johannes Schwager, Kl. 8, Heinrich-Schliemann-Gymnasium, Prenzlauer Berg):

Katrin Ramscheck: Für die Wiederaufforstung wird in letzter Zeit viel getan. Doch die bei der Rodung anfallenden Äste aus dem Wald zu entfernen, ist Sache des Forstes. Wir können hier in Schwedt bekanntlich kein Frischholz verarbeiten. Daher muß das Holz solchen Fabriken angeboten werden, die auch über die erforderliche Technologie zur Verarbeitung verfügen.

Wie werden die Auszubildenden in Ihrem Betrieb ausgewählt? (Charlotte Blaut, Kl. 8.4, Heinrich-Schliemann-OS, Prenzlauer Berg)

Jürgen Jahnke: Pro Jahr vergeben wir drei bis vier Ausbildungsplätze, vorwiegend für Papiermacher und Elektroniker. Zunächst sehen wir uns die Zeugnisse der Bewerber an. Wer in den wichtigen Fächern (Mathe, Physik, Naturwissenschaften) eine schlechtere Note hat als drei, hat leider keine Chance. Diejenigen mit besseren Noten müssen einen Test absolvieren, bei dem 140 Fragen aus verschiedenen Wissensgebieten zu beantworten sind. Von denen, die bei der Prüfung gut abgeschnitten haben, laden wir einige zu einem Vorstellungsgespräch ein. Am Ende wählen wir vier Personen aus, die auf uns den besten Eindruck gemacht haben und von denen wir glauben, daß sie zu uns passen. Bei uns erhalten sie eine professionelle Ausbildung.

Wie viele Mitarbeiter haben sie im Papierwerk Schwedt? (Serkan, Ernst-Schering-OS, Wedding)

Jürgen Jahnke: Bei uns arbeiten zirka 300 Mitarbeiter.

Warum hat UPM-Kymmene als Standort für die nach der Wende erbaute Papierfabrik gerade den Standort Schwedt ausgewählt? (Marcel A., Kl. 9a, Konrad-Lorenz-Oberschule, Hellersdorf):

Jürgen Jahnke: In Schwedt existierte bereits eine Papierfabrik. Zirka 80 Prozent aller UPM-Mitarbeiter in Schwedt kamen aus diesem Betrieb und brachten Erfahrung in der Papierherstellung mit. Als Absatzmarkt liegen die östlichen EU-Länder und Berlin in der Nähe.

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Tagesspiegel vom 10.06.2005          

Ein Bündnis für Arbeit, das wirkt - Quartiersmanagement Soldiner Kiez vermittelt

Das Quartiersmanagement Soldiner Straße macht jungen Bewohnern im Weddinger Problemkiez seit Anfang dieses Jahres neue Hoffnung – auf Arbeit. „Lokales Praktika- und Ausbildungsbündnis“ heißt das Projekt, mit dem Jugendliche Erfahrungen in Betrieben sammeln und ihre berufliche Zukunft vorbereiten sollen. Das ungewöhnliche Bündnis für Arbeit, das vom Quartiersmanagement mit der Ernst-Schering-Oberschule und der Beraterfirma Stattwerke Consult organisiert wird, zieht positive Bilanz.
„Wir wollen vor allem die gegenseitige Hemmschwelle von Schülern und Betrieben senken“, sagt Reinhard Fischer, Mitarbeiter des Quartiersmanagements. Zwar seien im Lehrstellenbereich noch keine nennenswerten Vermittlungen erfolgt, doch habe man zahlreiche Praktika vermittelt. „Unsere Schule setzt neben den Praktika einen Schwerpunkt auf betriebliche Kontakte“, sagt Thomas Schumann, stellvertretender Schulleiter der Oberschule. In der 9. und 10. Klasse bekommen die Schülerinnen und Schüler an der Oberschule mehrfach die Chance, in Weddinger Betriebe hineinzuschnuppern.
„Viele Weddinger Ausbilder machen mit. Nur Schering braucht hochqualifizierte Praktikanten; da können wir nicht kooperieren“, sagt Helmut Geißler, Geschäftsführer der Stattwerke Consult. „Von ,A‘ wie Autowerkstatt bis ,Z‘ wie Zimmerei ist alles dabei“, sagt Geißler. 31 Unternehmen gehören der Initiative an. Für die Zukunft wünschen sich die Beteiligten eine verstärkte Kooperation der Weddinger Unternehmen. „Unser Modell ist auch auf andere Stadtteile übertragbar“, sagt Geißler.

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Partnerschaften im Juni: Die Kooperationen Nr. 115, 116 und 117

 aus: Berliner Wirtschaft 7/8 2005

Die Ernst-Schering-Oberschule aus Wedding, seit fünf Jahren im Projekt, freut sich über einen neuen Kooperationspartner. Mit der TSE AG hat sie einen der größten Anbieter von Veranstaltungstechnik in Deutschland gewonnen. Schülerinnen und Schüler werden interessante Einblicke in ein Unternehmen mit einem umfassenden Angebot an Tagungs- und Eventtechnik erhalten, das sowohl Firmenveranstaltungen und Konferenzen, als auch Musik- und Sportveranstaltungen ausstattet.

Die Carl-Friedrich-Zelter-Oberschule und die Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule sind Hauptschulen in Kreuzberg mit einem hohen Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund. Ein Anlass für beide Schulen, sich besonders für die Jugendlichen zu engagieren und sie umfassend auf die Berufswelt vorzubereiten. In der Druckhaus Berlin-Mitte GmbH haben bereits die ersten Schülerinnen und Schüler der Carl-Friedrich-Zelter-Oberschule ein Praktikum absolviert, weitere werden im neuen Schuljahr folgen.

 Die Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule, deren Schüler in diesem Jahr das umjubelte Philharmoniker-Projekt „Feuervogel“ mit zum Erfolg geführt haben, erhält mit der GM Tischlerei GmbH & Co. KG einen Partner, der von eigener Fertigung bis hin bis zu Innenausbau und Sanierung ein großes Spektrum des Handwerks abdeckt. Hinzu kommen Kundendienst mit Einzelreparaturen und Beratungsdienstleistungen. Los geht es nach den Sommerferien mit ersten gemeinsamen Projekten.

Heike Pfaff

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Der Tagesspiegel vom 28.10.2006

 

Die Ministerin und der Muskelmann

Von der Leyen wirbt für Weddinger Schulprojekt

Die Bundesfamilienministerin hat jetzt acht Kinder. „Ich bin die Mutter dieses Projekts“, sagt sie in der überfüllten Aula der Ernst-Schering-Oberschule. „Und ihr könnt euch vorstellen, wer der Vater ist…“ Der Vater heißt Ralf Moeller und er hat es vom Schwimmmeister in Recklinghausen über „Mister Universum“ zum Hollywood-Schauspieler („Gladiator“) gebracht. An diesem Freitag ist er mit der CDU-Politikerin an die Gesamtschule nach Wedding gekommen, um für das Projekt „Starke Typen“ zu werben. Sie sei hier, „weil an dieser Schule seit Jahren daran gearbeitet wird, dass jeder Einzelne seine Stärken findet“, sagt von der Leyen, „auch wenn sie manchmal unter einer dicken Schicht von Problemen verborgen sind.“ Und Moeller sagt: „Wir sind hier, um euch zu zeigen, wie gut ihr seid.“

70 Prozent der 465 Schüler sind nichtdeutscher Herkunft. Eine Lehrerin erzählt hinter vorgehaltener Hand, dass der langjährige Partner Schering sich in den letzten Jahren aus der Arbeit mit der Schule zurückgezogen hatte. Jetzt ist Schering aber wieder da, kündigt einen „Laborkurs“ für Neuntklässler an, um bei der Berufsorientierung zu helfen. Auch VW will sich beteiligen und Bewerbungstrainings unterstützen. Anderes wie die obligatorischen dreiwöchigen Berufspraktika hat die Schule selbst initiiert. Deshalb wurde sie als eine von zunächst vier Schulen in Deutschland für die Aktion „Starke Typen“ ausgewählt.

Moeller erzählt, wie schnell er als Einwanderer in den USA begriffen habe, dass Sprachkenntnisse am wichtigsten seien – gefolgt von Sport, Teamgeist und dem Umgang mit Niederlagen. Denn es geht bei dem Projekt auch darum, dass Jugendliche ihre körperliche Kraft nicht wahllos an Mitmenschen auslassen sollen.

Eine Schülerin fragt, wie die Ministerin sieben Kinder und Job zusammenbringe. Ihr Mann sei begeisterter Vater, sagt sie, und zusätzlich habe sie eine Tagesmutter und eine Haushaltshilfe – „und an denen hängt ja auch wieder eine Familie dran“. So funktioniere die Gesellschaft. Moeller verspricht den Schülern, wiederzukommen. Es gibt viel Applaus. So ernst werden die Jugendlichen nicht oft genommen.       Stefan Jacobs

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FOCUS online | 27.10.06, 17:56 | Motivation vom Riesen aus Hollywood

  

Schauspieler Ralf Moeller hat mit der Familienministerin eine Weddinger Gesamtschule besucht und erzählt, wie man sich nach oben kämpfen kann.

„Man kann alles erreichen, was man sich vornimmt“, ruft Ralf Moeller rund 200 Schülern der Ernst-Schering-Oberschule in der Aula zu. Der muskelbepackte Hollywoodstar selbst ist der Beweis für die These vom Aufstieg durch harte Arbeit. Dreimal habe er es versucht, bis er es 1986 schaffte, bei den Weltmeisterschaften im Bodybuilding Mister Universum zu werden.

Der 196 Zentimeter messende Hüne und die zwei Köpfe kleinere Bundesfamilienministerin besuchen die Weddinger Schule mit einem Migrantenanteil von 70 Prozent im Rahmen der Aktion „Starke Typen“. Die Initiative Moellers soll die Wirtschaft motivieren, Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen.

Harkan findet Moeller cool
Der einstige Hauptschüler und gelernte Bademeister aus Recklinghausen punktet mit seiner Authentizität. Bei dunkelhäutigen Machotypen oder giggelnden Kopftuchmädchen kommt er an. Die Neunt- und Zehntklässler der Weddinger Gesamtschule stehen nicht auf der Sonnenseite des Lebens. Sie sind begeistert. „Ein cooler Typ,“ meint etwa Harkan, 17, der den Film „Gladiator“ natürlich gesehen hat.

Vater Schweißer, Mutter Schuhverkäuferin

Hart sei seine Auswanderung in die USA gewesen, mit schlechtem Englisch und zunächst ohne Verbindungen, sagt Möller. Aber er habe sich auf den Hosenboden gesetzt, die Sprache gelernt und trainiert. Der Sport habe ihm immer geholfen, auch Niederlagen wegzustecken. Derlei Worte kommen gut an bei den Jugendlichen aus dem früheren Arbeiterviertel Wedding, das heute von hoher Arbeitslosigkeit geprägt ist. „Mich hat keiner nach Amerika eingeladen und mir den roten Teppich ausgerollt“, berichtet der kantige Schauspieler. Der 47-Jährige erzählt von seiner Kindheit in Recklinghausen, von seinem Vater, der Schweißer war, und seiner Mutter, einer Schuhverkäuferin.

Von der Leyen wie eine Predigerin

Immer wieder wirft der Besuch aus Hollywood den Jugendlichen, die ihre Stärken mit Bauchtanz, Gesang und Gedichten auf der Bühne zeigten, Komplimente zu. „Ich sehe hier Gewinner“ behauptet er – und die gewagte Einschätzung wirkt gar nicht mal einstudiert. Tatsächlich haben viele der Teenager sichtlich Schwierigkeiten, sich länger als 15 Minuten zu konzentrieren oder zumindest still zu sein und zuzuhören. Auch die CDU-Politikerin punktet schon mit ihrer Offenbarung, dass sie sieben Kinder habe. In der Art amerikanischer Prediger animiert sie die Schüler zu brüllen: „Wir sind starke Typen!“. Trotzdem schwatzen viele Mädchen schon wieder, als die Ministerin sie auffordert, auch bei ihrer Lebensplanung weniger nahe liegende Berufe und technische Ausbildungen ins Kalkül zu ziehen.

Keine Burger-Werbung

Geradezu missionarisch warnt der Sportler im Leinenjacket, weißen offenen Hemd und Jeans vor den Gefahren von Alkohol und Fast Food. Mehrfach betont er, dass er lukrative Werbeverträge mit der Burger-Industrie aus Prinzip ablehne.
Ein weiterer Besuch ist in einer Schule in Leipzig am 2. November geplant. Der Star aus Actionstreifen wie „Conan“ will, wie er sagt, „etwas zurückgeben“ und vor allem den „tough kids etwas Selbstvertrauen vermitteln“. Der nun mit Frau und Töchtern in Amerika beheimatete Aufsteiger setzt vor allem auf die Kraft des positiven Denkens. („In Deutschland erwartet man zu viel vom Staat.“) Doch Murat, Erkan und andere beindruckt die reale Muskelkraft des gut ausssehenden Ruhrpott-Riesen mehr – beim Armwrestling auf dem Schulhof darf jeder mal sein Glück versuchen.

Ulrike Plewnia

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Der Nordberliner v. 2. November 2006

Ministerin und Schauspieler in der Ernst-Schering-Schule

„Starke Typen“ gefragt

Wedding. „Im nächsten Jahr komme ich wieder und schaue, was Ihr alles erreicht habt! ", versprach Schauspieler Ralf Moeller am Freitag jugendlichen aus der Ernst-Schering-Oberschule. Gemeinsam mit Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen rief er die Kampagne „Starke Typen" für Kinder und jugendliche in sozialen Brennpunkten ins Leben. Und gemeinsam mit der CDU-Politikerin besuchte der frühere Schwimmer und Bodybuilder die Schule in der Lütticher Straße, um den Jugendlichen zu Mut und Selbstvertrauen zu verhelfen. Außerdem will er ihnen sein Lebensmotto vermitteln: „Es ist der Glaube an dich selbst, der dich stark macht fürs Leben, damit du was bewegen kannst.“

Die Schule selbst bietet ihren 465 Schützlingen - davon rund 70 Prozent nicht deutscher Herkunft - bereits vielfältige Möglichkeiten, sich auf das Berufsleben vorzubereiten (u.a. Kooperationen mit Unternehmen und Freien Trägern sowie der IHK) und mithilfe einer „Charta gegen Gewalt" einen friedlichen Umgang miteinander zu erlernen.                                                                                                                       fis

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Schering-Blätter zur Veranstaltung am 27.10.06

Stark fürs Leben - Aktion zugunsten Jugendlicher

Familienministerin Ursula von der Leyen, Ralf Moeller und die Schering­Ausbildung zu Gast bei der Berliner Ernst-Schering-Oberschule

Seit zehn Jahren unterstützt Schering die Weddinger Ernst-Schering-Oberschule. So findet derzeit der „Laborherbst" statt, bei dem Schüler der 9. Klassen an vier Nachmittagen unter professioneller Anleitung in den Schering-Laboren spannende Experimente durchführen - ein Projekt, das am vergangenen Freitag, dem 27.10.2006 sowohl von Ursula von der Leyen als auch von Ralf Moeller anerkennende Worte erntete.

Die Familienministerin und der Hollywood-Star besuchten die rund 330 Schüler aus 22 Nationen, um einen Einblick in die Arbeit der Schule zu gewinnen und ihre gemeinsame Kampagne „Starke Typen" vorzustellen.

Die nationalen Kampagne für Kinder und Jugendliche in sozialen Brennpunkten soll Ideen und Konzepte fördern, deren Ziel es ist, jungen Menschen trotz sozialer Probleme im Umfeld einen möglichst erfolgreichen Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit der Ernst-Schering-Oberschule mit Schering.

„Ich bin begeistert, was diese Kinder und Jugendlichen hier alles zusammen mit Vereinen, Betrieben und Jugendclubs auf die Beine gestellt haben. Die Schülerinnen und Schüler haben gezeigt, dass sie sich angesichts der schwierigen Bedingungen in ihrem Stadtteil nicht unterkriegen lassen", freute sich Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen.

Neben einem bunten, von den Schülern gestalteten Kulturprogramm und einem Fitnessparcours mit Trainingseinheiten und Ernährungstipps von Ralf Moeller gab es bei der Veranstaltung für die Schüler Gelegenheit, sich über Ausbildungsmöglichkeiten in Berlin zu informieren. Dr. Gerhard Schauer, Leiter der Ausbildung bei Schering, und die Pharmakanten-Auszubildenden Jennifer Thomas und Dennis Rosin gaben Auskunft und Tipps zu einer Bewerbung bei Schering.

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Leuchtet's grün, ist's Barium

Erstes „Laborherbstcamp" für Ernst-Schering-Oberschüler in den Werk-Laboren

Berlin. Von der Schulbank direkt ins Labor - ein Traum, der für 16 naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen und Schüler der Ernst-Schering-Oberschule im Oktober in Erfüllung ging. Für vier Nachmittage begaben sich die Neuntklässler beim „Laborherbstcamp" in den Schering-Laboren auf eine Entdeckungsreise zwischen Feuerwerk und Placebo.

„Als wir nach dem ersten Mal aus dem Labor kamen, wollten alle Schüler Chemiker werden", erinnert sich Hermann Diehm schmunzelnd. Seit 24 Jahren unterrichtet der Lehrer Biologie und Chemie an der Partnerschule der Schering AG und war sichtlich begeistert darüber, wie sich seine Zöglinge nach dem Unterricht in den Räumlichkeiten der Aus- und Weiterbildung neugierig auf Geräte und Substanzen stürzten. „Da wurden auch schon einmal Überstunden gemacht", berichtet Jens Koch. Als ehemaliger Ausbilder der naturwissenschaftlichen Berufe verstand er es, die Schüler für Flammenfärbungen, Laugen, den Säuregehalt einer Zitrone und die Herstellung von Zäpfchen zu begeistern. Ebenso wichtig war es ihm aber, den jugendlichen die Bedeutung des genauen und sauberen Arbeitens nahezubringen.

Beim „Laborherbstcamp" hatten die Schüler anhand dreier bunt zusammengestellter Versuchskomplexe erstmalig die Möglichkeit, „mit Kopf, Herz und Hand zu erleben, was naturwissenschaftliche Berufe bedeuten", erklärt Dr. Sabine Hentschel, Leiterin dieses Ausbildungsbereiches bei Schering. Sie möchte sich auch im kommenden Jahr für die Durchführung des Projektes einsetzen. „Theorie haben die Schüler am Vormittag genug. Hier geht es darum, ihr Interesse für die Naturwissenschaften anhand der Untersuchung ganz alltäglicher Beispiele zu wecken."

Das „Laborherbstcamp" war Teil des 2000 unterschriebenen Kooperationsvertrags zwischen Schering und der Ernst-Schering-Oberschule. Die so genannte Brückenschule hat sich auf eine Förderung der frühen beruflichen Orientierung der Schüler spezialisiert. Schering unterstützt dies außerdem mit Lehrerpraktika, Beratungsgesprächen und einer finanziellen Unterstützung.

]anina Kliem/Maria Menzel

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Tagesspiegel online vom 21.02.2007, 15:28 Uhr

Mobbing

Pöbeln, schikanieren, ignorieren

Es sind scheinbar nur Kleinigkeiten, aber vielen Schülern machen sie das Leben zur Hölle. Mobbing scheint zu einer Art Volkssport zu werden. An Deutschlands Schulen gibt es 500.000 Fälle - pro Woche. (21.02.2007, 15:28 Uhr)

Berlin - Das Raunen, wenn sich der Betroffene im Unterricht meldet, die Beleidigungen, die bösen Bemerkungen und Blicke der Anderen: Jeder siebente Schüler an Deutschlands weiterführenden Schulen wird gemobbt und ist damit Opfer regelmäßiger Schikanen und Pöbeleien durch Mitschüler. Dies ergab eine bundesweite Befragung von Mechthild Schäfer, Wissenschaftlerin vom Institut für pädagogische Psychologie der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität.

Hochgerechnet kämen damit in Deutschland 500.000 Fälle pro Woche zusammen, sagte Schäfer. Ihren Forschungen zufolge gebe es an jeder Schule und in fast jeder Klasse Täter, betonte sie bei der Vorstellung der bundesweiten Aktion "Mobbing - Schluss damit!" in Berlin.

Lehrer erkennen das Problem oft nicht

Schäfer zufolge liegt Mobbing vor, wenn ein Schüler über einen längeren Zeitraum immer wieder von Mitschülern beleidigt, gedemütigt, bedroht oder ausgeschlossen wird, ohne aber physische Gewalt zu erfahren. Häufig würden weder das Problem noch die Täter von Lehrern erkannt. Opfer fühlten sich oftmals alleingelassen und unverstanden.

Die Referentin für Gewaltprävention der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Bettina Schubert, sprach daher von der "kleinen Gewalt, bei der kein Blut fließt". Mobbing unter Schülern sieht Schubert als handfestes Problem an, das von der Verbreitung her einer "Art Volkssport" gleichkomme. Ob auf der Toilette, in der Umkleidekabine oder auf dem Weg zur Sporthalle - Täter nutzten viele Gelegenheiten, um ihren Opfern das Leben schwer zu machen.

"Jeder kann zum Opfer werden"

Dabei gibt es keine eindeutigen Opfermerkmale, wie Schäfer betonte: "Jeder kann zum Opfer werden." Auch sie selbst habe diese belastende Erfahrung bereits gemacht. Kinder würden etwa schikaniert, weil sie neu in die Klasse kamen oder weil ihre schulischen Leistungen besonders gut oder besonders schlecht sind. Die Opfer trügen oftmals langfristige Schäden davon. Zum Täter werden Kinder, weil sie vor den anderen "cool" wirken und sich hervortun wollen, wie Schäfer herausfand.

Eine Erkenntnis, die auch betroffene Schüler bestätigen. "Die wollen lustig sein, damit sie beliebt sind - auf Kosten des Opfers", sagte der 15-jährige Christian von der Berliner Ernst Schering Oberschule. Die Angst vor der nächsten gemeinen Attacke kennt auch seine Mitschülerin, die ebenfalls 15-jährige Ulrike. Eine Klassenkameradin hatte es auf sie abgesehen, ohne dass sie den Grund dafür kannte, wie Ulrike sagte: "Sie hat mir ständig Sachen weggenommen und auch andere Mädchen dazu gebracht, mich auszugrenzen." Erlöst sei sie erst gewesen, als die Täterin von der Schule verwiesen wurde, sagte Ulrike, die erst nach langem Ringen den Mut fand, sich einem Lehrer anzuvertrauen.

Heute wendet die Zehntklässlerin ihre negativen Erfahrungen als Mobbing-Opfer ins Positive und macht sie sich in ihrer Funktion als Konfliktlotsin an ihrer Schule zu Nutze. "Ich denke, auf Grund meiner Erfahrungen sehe ich eher, was los ist." Wenn sie erkenne, dass Mitschüler gemobbt werden, gehe sie auf die Betroffenen zu und versuche, zu vermitteln.

Ohne "Publikum" gibt es kein Mobbing

Die Motivation der Täter fasste der Neuntklässler Adnan sehr prägnant zusammen: "Es geht um Konkurrenz und um Neid." Indem sie einen Mitschüler immer wieder nieder machten, wollten die Täter Überlegenheit und Stärke demonstrieren. Auch Schäfer betonte die "wichtige Rolle" des Publikums: "Ohne Dritte, die zuschauen, gäbe es kein Mobbing."

Für die Aktion "Mobbing - Schluss damit!" haben sich nun verschiedene Partner, darunter das Deutsche Kinderhilfswerk, zusammen geschlossen, um verstärkt auf das Problem hinzuweisen. So werden Schüler, Eltern und Lehrer über das Internet zu ihren Mobbing-Erfahrungen befragt. (Von Alexandra Burck, ddp)  

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Newsticker der Berliner Morgenpost v. 27.2.07

Türkischer Elternverein kooperiert mit Schulen

Berlin (dpa/bb) - Der Berliner Integrationsbeauftragte Günter Piening hat Schulen und Zuwandererorganisationen zur Zusammenarbeit ermuntert. «Migrantenorganisationen können ein bedeutsames Bindeglied zwischen Schule und Eltern darstellen», erklärte Piening am Dienstag anlässlich der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwischen dem Türkischen Elternverein Berlin-Brandenburg und der Ernst-Schering-Oberschule in Berlin-Wedding. Der Kooperationsvertrag ist der zweite dieser Art in Berlin. Im vergangenen September traf der Türkische Elternverein eine ähnliche Vereinbarung mit der Kreuzberger Otto-Wels-Grundschule.

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Tagesspiegel v. 19.6.2007

The Streets of Wedding 

Von Alexander Schäfer

Die Ernst-Schering-Gesamtschule inszeniert mit einem amerikanischen Komponisten ein selbstverfasstes Musical

Musicalprobe am Nachmittag. Weddinger Hinterhofgebäude, dritte Etage. In der lichtdurchfluteten Aula scharen sich zwei Dutzend Siebt- bis Zehntklässler. Einige Schüler auf der Bühne kichern, andere verstecken ihre Gesichter hinter Textblättern. „Mehr Power!“, ruft der am Klavier stehende Mann mit amerikanischem Akzent. Die Schüler haben verstanden: Nach den ersten Klavierakkorden werden Albernheiten abgeschüttelt, Schüchternheiten verschwinden. Die Schüler singen im Chor: „Welcome to our world.“

Die Welt, zu der die jungen Menschen der Ernst-Schering-Gesamtschule laden, ist die Welt der Weddinger Jugendlichen. „Das gesamte Musical entsteht ausschließlich auf Grundlage der Erlebnisse der Schüler“, sagt der in New York geborene Komponist Todd Fletcher. Die Vorschläge der Schüler werden durch Fletcher zu englisch- und deutschsprachigen Songs verarbeitet. Heraus kommt das Bühnenwerk mit dem Titel „The Streets of Wedding“; Ende des Monats wird das Stück uraufgeführt.

„Welcome to the good times and the bad“, heißt eine Liedzeile – um gute und schlechte Zeiten dreht sich auch das Stück. Die Handlung: Ein großes Straßenfest im Kiez soll organisiert werden. Natürlich mit vielen musikalischen Attraktionen: Tänzerinnen, Breakdancern, Rappern, Gitarristen. Doch es gibt Probleme: Ein großer Bruder verbietet seiner Schwester, beim Bauchtanz mitzumachen. „Wir spielen hier einfach unser Leben nach“, sagt die 16-jährige Gören Yalein, die im Stück den Charakter eines verliebten Mädchens übernimmt. Und so schwingt viel Autobiografie in „The Streets of Wedding“ mit. Schulstress, Angst vor Arbeitslosigkeit und Jugendkriminalität werden thematisiert – davon können die Weddinger Schüler mehr als ein Lied singen.

„Jede Musicalprobe ist wie ein Antigewalttraining“, erläutert Schulleiter Hilmar Pletat. „Das Projekt fördert die Integration.“ Nur jeder fünfte Jugendliche an der Ernst-Schering-Schule hat keinen Migrationshintergrund. Insgesamt leben und lernen hier Schüler aus 21 Nationen; die Schüler stammen überwiegend aus dem türkisch-arabischen Kulturkreis. Die kulturelle Vielfalt zeigt sich auch auf der Bühne; es ist ein Multikulti-Musical. „Vorhandene Vorbehalte der Schüler gegen westliche Kulturen werden abgebaut“, sagt Pletat. Schließlich wird das Musicalprojekt neben dem Weddinger Jugendverein Kiezboom auch von der US- Botschaft unterstützt. Ein Exklusivauftritt dort soll die Kooperation abrunden.

„Wir haben hier viel Spaß zusammen“, strahlt Ismail Conde (15) während der Probe. Er ist im 64-köpfigen Ensemble einer der wenigen Jungen. Dennoch hat Ismail kein Lampenfieber vor seinen Auftritten; schließlich erhielt er durch das Fach Darstellendes Spiel, das an der Ernst-Schering-Schule ab der siebten Klasse unterrichtet wird, genug Bühnenerfahrung. „Das Selbstbewusstsein der Schüler wird durch solche Projekte gefördert“, sagt Biologie- und Chemielehrer Hermann Diehm. Man könne durch die Musicalarbeit bei den Schülern ungeahnte Fähigkeiten entdecken, die so im Unterricht gar nicht erkannt werden.

Als die Schüler beim Casting im Februar etwas vorspielen sollten, hatte keiner gesungen. „Die Schüler wollten und konnten immer nur rappen“, berichtet Theaterlehrerin Jane Natz. Das hat sich geändert; acht Lieder werden in „The Streets of Wedding“ gesungen. Nach den Castings fragten viele Schüler ängstlich, ob sie durchgefallen seien. „Wir haben hier für jeden Verwendung“, sagt Todd Fletcher. Wenn nicht auf der Bühne, dann im Backstage-Bereich: Da warten Jobs als Kulissengestalter, Licht- und Musiktechniker, Textschreiber, Plakatdesigner, Requisitenhersteller oder Projektdokumentar.

Nach neunzig schweißtreibenden Probeminuten können die meisten Schüler die Liedtexte auswendig. „Und jetzt noch mal alle mit übertriebenem Gefühl!“, ruft Fletcher. Die Schüler klatschen den Takt, bewegen ihre Körper zum Rhythmus und legen noch mehr Pathos in ihre Stimmen. Emotionen sind auch in „The Streets of Wedding“ das Thema. Abgesehen von den Kiezproblemen geht es in dem Bühnenstück – wie in allen klassischen Musicals – um die große Liebe. Nur so viel sei verraten: Es gibt ein Happy End.

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Aus der Berliner Morgenpost vom 24. Juni 2007

Der neue Sound im Wedding

Es gibt auch gute Nachrichten aus Berliner Schulen. Im Problemkiez haben 65 Schüler durch ein Musical entdeckt, was alles in ihnen steckt

Von Stefanie Bolzen

"Bedestan", sagte Todd Fletcher, "Bedestan ist der Grund, warum wir das hier machen." Natürlich nicht der einzige. Aber was in den vergangenen zehn Wochen im Leben des 15-jährigen Bedestan passiert ist, steht stellvertretend für das, was seit dem Frühjahr hinter den Mauern der Ernst-Schering-Oberschule im Wedding geschieht.

Ein außergewöhnlich heißer Junitag in Berlin. Aus den offenen Fenstern der Aula im vierten Stock an der Lütticher Straße sind Klavierklänge zu hören. Es ist kurz nach 14 Uhr, aber Schulschluss ist noch lange nicht. Hier wird geprobt, denn in kaum zwei Wochen stehen sie auf der Bühne, alle 65, mit ihrem Musical, den "Streets of Wedding".

Ein Musical, das aus der Welt dieser 65 Schüler kommt und über sie erzählt. Über Liebe und Gewalt, Chancen und Enttäuschung. Eine ganz normale Geschichte aus ihrem Kiez eben, wo man ein Sommerfest organisieren will. Wo ein Mädchen beim Bauchtanz nicht mitmachen darf, weil ihr Freund es nicht will. Wo ein Junge von seinen Freunden ausgelacht wird, weil er sich zum Streetdance angemeldet hat. Eine normale Geschichte eben, aber eine mit Happy End.

Frau Natz jongliert in hochhackigen schwarzen Schuhen auf einem Stuhl und rudert mit den Armen. "Ihr sollt nach vorn zum Publikum schauen!", sollen die ausladenden Bewegungen der Theater-Lehrerin bedeuten. Vor allem in der zweiten Chor-Reihe fehlt die Konzentration.

Trotzdem klingt der Chor richtig gut - und das mehrstimmig. "Give me a chance", "Gib mir eine Chance", heißt der Refrain, den sie gerade proben. Es ist kaum drei Monate her, da wäre das hier unvorstellbar gewesen. "Als wir das Casting gemacht haben", erzählt Jane Natz, "da wollten alle immer nur rappen. Weil sie nichts anderes konnten. Dass meine Schüler jetzt dastehen und mehrstimmig singen - das treibt mir Tränen in die Augen."

400 Schüler gibt es an dieser Weddinger Schule, rund 80 Prozent der 13- bis 17-Jährigen sind nicht-deutscher Herkunft. Die meisten kommen aus der Türkei oder aus dem Nahen und Mittleren Osten. So wie Cansu Demir. Sie war vom ersten Tag dabei und hat einen großen Teil der Texte zusammen mit Todd Fletcher geschrieben. "Todd hat uns erst einmal nur gefragt, welche Geschichten im Musical vorkommen sollen", erzählt Cansu. "Wer wir sind und was wir sind. Denn die ,Streets of Wedding', das ist ja unser Leben."

Das sie mittlerweile mit Todd Fletcher teilen. Der 37-Jährige kommt aus New York, und er hat eine beachtliche Karriere vorzuweisen. An der Elite-Uni von Harvard studierte er Literatur und Musik, später in Paris Komposition und Dirigat. In Neukölln machte er bereits im vergangenen Jahr ein Musical für ein Mädchen-Zentrum. Wie das Projekt im Wedding ging auch dieses auf eine Initiative der US-Botschaft zurück.

"Sechs Wochen lang habe ich sie erst einmal erzählen lassen", sagt Fletcher. "Denn was man liest und hört, was der Wedding sein soll, das ist einfach nicht die Realität." Er verstand sehr schnell, dass sich die Jungs und Mädchen oft als Verlierer in einer Welt fühlen, die sie größtenteils ausschließt - "darum hören sie auch ständig Rap-Musik, die eine große Anti-Haltung ausstrahlt".

Aber wenn er die Schüler offen gefragt hat, was sie wollen, war die Antwort klar: eine Chance. Diese auch zu ergreifen, das musste Fletcher mit viel Geduld aus den Jugendlichen herauskitzeln. "Als wir die ersten Stücke gesungen haben, da hieß es immer nur: Das kann ich nicht, das schaffe ich nicht!" Doch sie haben es geschafft - durch die Musik. "Die Texte sind total positiv, ganz anders als die brutalen Rap-Texte, die so eine negative Atmosphäre schaffen", sagt Fletcher.

Um dieses positive Gefühl geht es auch im Musical. Auch wenn es zum Beispiel um das Thema Gewalt geht. "Streit, das ist hier Alltag", sagt Recab. Den 16-Jährigen, dessen Eltern aus dem Libanon kommen, nervt es zwar, dass "alle immer nur von Gewalt und Drogen reden, wenn es um den Wedding geht". Aber er erlebt beides trotzdem Tag für Tag. Messersteicherein, bewaffnete Drohungen, aggressive Anmache, angespuckt zu werden. Darum gefällt Recab die Rolle sehr, die er bekommen hat. "Ich bin der Hopemaker", der Hoffnungsmacher. "Der, der die Kids wieder aufbaut, wenn sie kaputt sind. Weil sie noch nicht wissen, dass es hier im Wedding Zusammenhalt gibt!"

Zusammenhalt ist neben Chancen-Ergreifen das andere große Thema - das viele der jungen Amateur-Sänger und -Tänzer erst durch das Wedding-Projekt entdeckt haben. "Ich habe viele neue Freunde gefunden", sagt die Türkin Cansu. "Mitschüler, die ich früher gar nicht kannte."

Doch nicht nur die Freunde sind neu, auch die Beziehungen selbst sind es. Denn vom ersten Tag an haben Todd Fletcher und Jane Netz die Schüler getriezt. Wer zu spät kommt, darf nicht mehr in die Probe. Wer seinen Text nicht richtig kann oder ständig quatscht, den weisen die Mitspieler selbst in die Schranken, denn er oder sie hält die anderen nur auf. Disziplin nennt man das anderswo. Hier heißt es: Zusammenhalt.

Darum wollte auch keiner der Schüler aussteigen, aufgeben. Eine Haltung, die die Lehrer hier im Schulalltag nur selten erleben. Und noch etwas anderes stellen die Lehrer fest: Das Niveau im Englisch-Unterricht hat sich wesentlich verbessert, dank der musikalischen Textarbeit. Ein neuer Geist herrscht auf dieser Straße im Wedding.

Der kleine Geschichten wie die von Bedestan möglich macht. Eigentlich wollte der Junge nur hinter den Kulissen arbeiten, doch dann sang er plötzlich im Chor mit. Als Todd Fletcher dringend einen Solo-Sänger suchte, hörte er unter den Jungs-Stimmen plötzlich eine besonders schöne heraus. "Wer ist das bloß, habe ich mich gefragt. Es war Bedestan!" Bei der Aufführung nächste Woche singt er ein Liebesduett. Jetzt ist Bedestan ein Hauptdarsteller.

Aufführungen am 29. und 30. Juni

Atze Theater- und Konzerthaus

Kartenreservierungen unter 030/8305 1167

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